Gefährliche Keime im Trierer Mutterhaus breiten sich aus

Trier · Bei immer mehr Babys im Trierer Mutterhaus wird der der für sie gefährliche Keim Serratia marcescens nachgewiesen. Seit Sommer sind insgesamt zwölf Kinder betroffen. Die Ärzte rätseln, wie sich der Keim verbreitet.

Die Keime auf der Kinderintensivstation im Trierer Mutterhaus lassen sich nicht ausrotten. Seitdem vor über zwei Wochen bekannt geworden ist, dass seit August bei sieben Frühgeborenen der für sie gefährliche Keim Serratia marcescens nachgewiesen worden war, sind fünf weitere Kinder auf der Station betroffen. "Wir sind überrascht, dass trotz strengster Hygienemaßnahmen sich der Keim weiter ausbreitet", sagte der Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin, Wolfgang Thomas.

Der Keim, der schlimmstenfalls eine tödlich verlaufende Infektion verursachen kann, ist in den vergangenen Tagen bei frühgeborenen Drillingen und zwei weiteren Frühchen festgestellt worden. Keines der Kinder sei wegen des Keimes erkrankt, sagt Thomas. Die Fünf waren bereits auf der Station, als Ende Oktober dort der bis dahin siebte Serratia-Fall festgestellt worden ist. Seitdem ist die Station für Neuaufnahmen geschlossen, Ärzte und Pfleger dürfen die betroffenen Kinder nur in Einmalkitteln und mit Einmalhandschuhen behandeln. Auch die benachbarte Frühchenstation ist geschlossen. Acht Risikoschwangere sind seitdem an Frühchenstationen etwa in Kaiserslautern, Saarbrücken oder Homburg verwiesen worden.

Noch immer ist unklar, wie sich der Keim trotz der Vorsichtsmaßnahmen verbreiten konnte. Das gesamte auf der Intensivstation arbeitende Personal sei untersucht worden, bei keinem Mitarbeiter sei der Keim nachgewiesen worden, sagt der Chefarzt. Wenn alle derzeit noch behandelten Frühchen entlassen sind, soll die Station grundlegend desinfiziert werden. In der Uni-Klinik Leipzig musste am Mittwoch die Frühchenstation geschlossen werden. Bei 17 Babys ist der Darmkeim ESBL nachgewiesen worden.

Auf der Suche nach der Keim-Quelle