Gefährlicher Kick: 35-Jährige stirbt nach Konsum von Kräuterdrogen

Idar-Oberstein/Trier · Legal sind diese Drogen nur, weil sie zu neu sind, um schon verboten zu sein. Ein Todesfall zeigt erneut, welche Gefahr die Legal Highs (legale Rauschmittel) darstellen. Eine 35-jährige Idar-Obersteinerin starb, nachdem sie eine Kräutermischung geraucht hatte.

Sie hoffen auf Euphorie und Extase. Doch immer mehr junge Menschen finden stattdessen den Tod. Eine 35-jährige Frau aus Idar-Oberstein ist in der Nacht zum Donnerstag gestorben, nachdem sie Kräutermischungen geraucht hatte. Kurz nach dem Konsum der Legal Highs klagte sie laut Polizei über Schmerzen in der Brust und kollabierte. Trotz schwerer Vorerkrankungen habe die Frau zu den gefährlichen Drogen gegriffen, die im Internet ironischerweise legal und für wenig Geld erhältlich sind.

Schon seit langem warnt die Polizei vor Legal Highs. Es handelt sich dabei um neue psychoaktive Stoffe, die in Deutschland noch nicht verboten sind. Kaum fallen die Substanzen unter das Betäubungsmittelgesetz, werden in Hinterhoflaboren neue entwickelt. Welche Risiken sie bergen, wissen weder die Verkäufer noch die Konsumenten. "Der aktuelle Fall zeigt, dass man die Katze im Sack kauft", sagt Wolfgang Thomas, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin am Trierer Mutterhaus.

Ein bis zwei Jugendliche werden wöchentlich in sein Klinikum und in die Wittlicher Kinderklinik gebracht, weil sie nach dem Konsum von "Kräutermischungen", "Badesalzen", "Partypillen" oder flüssigen "Happy Drops" zusammenbrechen.

Herzrasen, Bewusstlosigkeit, Krämpfe und Psychosen, aber auch lebensbedrohliche Vergiftungen können Folgen des Konsums sein. Erst vergangene Woche mussten ein 15-jähriger sowie zwei Mädchen zwischen 13 und 15 Jahren ins Krankenhaus, nachdem sie vor Schulbeginn auf dem Busparkplatz der Realschule Hillesheim einen Kräutermix geraucht hatten und ihnen übel wurde. In der Woche zuvor war ein 18-Jähriger vor dem Bahnhof in Gerolstein zusammengebrochen, nachdem er einen Kräuterjoint konsumiert hatte. "Die Jugendlichen spielen mit ihrem Leben", sagt der pädiatrische Oberarzt, Merten Kriewitz, vom Klinikum in Wittlich.

Schon 119 Mal hat das Polizeipräsidium Trier 2015 wegen dieser Drogen ermittelt, denn jedes Mal bestehe der Verdacht, dass gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen wird.

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