Geht nicht? Gibt’s nicht!

Geht nicht? Gibt’s nicht!

TRIER. "Ich bin total baff. Damit hatte ich zum Schluss nicht wirklich gerechnet" – auch eine Stunde nach ihrer Kür zur neuen Mosel-Saar-Ruwer-Weinkönigin hatte Katja Fehres Mühe, das zuvor Erlebte zu realisieren. Verständlich: Die Entscheidung in der Trierer Europahalle war erst nach drei Stichwahlen gefallen. Bereits am Sonntag reiste die frisch gebackene Majestät als Weinbotschafterin nach Norddeutschland.

Ein Drehbuchautor hätte damit sein Meisterstück abgeliefert. Spannung aufgebaut, Spannung gesteigert - und dann länger als von allen erwartet auf höchstem Niveau gehalten. In der Europahalle aber war der kollektive Nervenkitzel Realität. Sieben Kandidatinnen und das 500-köpfige Publikum sahen sich immer wieder aufs Neue auf die Folter gespannt. Insgesamt viermal musste jedes der 21 Jury-Mitglieder zur geheimen Stimmabgabe schreiten; erst nach drei Stichwahlen stand fest: Die 26-jährige Weinbaustudentin Katja Fehres aus Mülheim repräsentiert ein Jahr lang das Weinbaugebiet Mosel, Saar, Ruwer (rund 5000 Betriebe, 9100 Hektar Gesamt-Rebfläche). Als Prinzessinnen assistieren ihr Anne Clemens (21) aus Ellenz-Poltersdorf und Katrin Eifel (21) aus Trittenheim. Von Beginn an herrschte Top-Stimmung im voll besetzten Saal, immer wieder aufs Neue angefacht von den Fan-Clubs der sieben Bewerberinnen. Dass manche Träne floss, war unausweichlich: Die 2005/06er Weinkönigin Anne Mertes (Konz-Oberemmel) und ihre Prinzessinnen Kristina Klaß und Sonja Christ schieden mit Wehmut aus dem Amt, das sie mit Bravour bekleidet hatten. Attraktiv, charmant, fachkundig, redegewandt - so auch die Anforderungen an die Nachfolgerinnen. Katja Fehres punktete mit einer weiteren Eigenschaft. "Geht nicht? Gibt's nicht!", lautet eines der Lieblingsmottos der Braunebergerin. Übernommen hat sie es von einer Winzerin, die sie beim Praktikum in Neuseeland kennen gelernt hat: "Die arbeitet wie ein Kerl. Absolut beeindruckend und motivierend." Die Trittenheimerin Katrin Eifel unterstrich überzeugend, dass sie zum Wein (ver-)führen kann. Untermosel-Kandidatin Anne Clemens präsentierte sich in ihrer Vorstellungsrunde ebenfalls Königinnen-tauglich. Immerhin konnten sich diese beiden zum Schluss königlich über den ebenfalls hoch begehrten Prinzessinnen-Titel freuen. Riesenjubel, als Moderator Alexander Houben (Trierischer Volksfreund) am Ende eines langen und denkwürdigen Wahlabends verkündete: Die neue Weinkönigin heißt Katja Fehres. Die 26-Jährige hatte gleich ihren ersten Einsatz: Am Sonntag reiste sie als Mosel-Saar-Ruwer-Botschafterin zu Weinwerbe-Veranstaltungen nach Norddeutschland. Vorgängerin Anne Mertes tritt am 6. Oktober neben den zwölf anderen 2005/06er-Gebietsweinköniginnen in Dresden zur Wahl der Deutschen Weinkönigin an. Ihr Ziel: "Ich hoffe, unter die ersten fünf zu kommen."