1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Geisterfahrer-Unfall auf der A1: Staatsanwaltschaft Trier erhebt Anklage

Geisterfahrer-Unfall auf der A1: Staatsanwaltschaft Trier erhebt Anklage

Sechs Monate nach dem schweren Unfall auf der A 1 bei Hetzerath am 15. Oktober 2012 hat nun die Staatsanwaltschaft Trier gegen die Geisterfahrerin Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben. Bei dem Unfall kamen drei Menschen ums Leben.

Die Staatsanwaltschaft Trier hat gegen die 61 Jahre alte Geisterfahrerin aus dem Vulkaneifelkreis Anklage wegen fahrlässiger Tötung in drei Fällen, fahrlässiger Körperverletzung in zwei Fällen und fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs erhoben.

Am 15. Oktober 2012 fuhr die Frau auf der A1 in Richtung Koblenz zu einer Verabredung. Auf dem Parkplatz Rivenich bei Hetzerath hielt sie kurz an und telefonierte mit einem Bekannten, um nach dem Weg zum verabredeten Treffpunkt zu fragen. Nach dem Gespräch fuhr sie zunächst in Richtung der Parkplatzeinfahrt, um den Parkplatz entgegen der Fahrtrichtung zu verlassen. Noch bevor sie die Fahrspuren der Autobahn erreicht hatte, wendete sie ihren PKW und fuhr über den Parkplatz zur Ausfahrt.

Anstatt sich geradeaus in den Verkehr einzufädeln, bog sie links ab und befuhr die Autobahn in Gegenrichtung auf der Überholspur mit mäßiger Geschwindigkeit. Etwa einen Kilometer nachdem sie den Parkplatz Rivenich verlassen hatte, kollidierte die Frau mit dem Fahrzeug einer Familie aus Bad Ems. Durch die Kollision starben der 31 Jahre alte Fahrer sowie seine neun Jahre alte Tochter und sein sieben Jahre alter Sohn. Zwei weitere Töchter des Mannes im Alter von damals vier und zehn Jahren erlitten durch den Unfall schwere Verletzungen. Auch die Angeschuldigte trug schwere Verletzungen davon.

Die Ermittlungen haben ergeben, dass es sich nicht von einer Suizidabsicht der Frau handelt. Vielmehr sei das Geschehene als Fahrfehler infolge von Unsicherheit im Straßenverkehr zu bewerten.
Das Amtsgericht Wittlich - Strafrichter - wird nunmehr über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Ein Termin für die Durchführung der Hauptverhandlung steht noch nicht fest.