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Geldautomaten gesprengt: Razzia wegen Taten in Trier und anderen Städten

Beweismittel sichergestellt : Internationale Razzia gegen Trierer Geldautomatensprenger: Fünf Durchsuchungen, zwei Festnahmen

Groß angelegte internationale Durchsuchungsaktion: Dabei geht es um Verdächtige, die wegen Beihilfe zu Sprengungen von Geldautomaten europaweit gesucht werden. Sie könnten auch für die Sprengungen in Trier mitverantwortlich sein. So lief die Razzia in Deutschland und den Niederlanden ab.

Es geht um zahlreiche Sprengungen von Geldautomaten in Deutschland, unter anderem auch in Trier. Die Verdächtigen sollen Beihilfe „zum Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und zu schwerem Bandendiebstahl“ geleistet haben. Deshalb durchsuchen heute Einsatzkräfte der Staatsanwaltschaft Düsseldorf, des Bundeskriminalamtes und der niederländischen Polizei seit den frühen Morgenstunden fünf Objekte (Häuser, Wohnungen, Büros und Geschäftsobjekte) in Gronau in Westfalen und in Enschede in den Niederlanden. Zwei Beschuldigte sind in den Niederlanden dabei festgenommen worden.

Was den Beschuldigten vorgeworfen wird:

Im Fokus des Verfahrens stehen zwei 43 bzw. 19 Jahre alte niederländische Staatsangehörige aus dem Raum Enschede. Sie sind dringend verdächtig, in mindestens 17 Fällen ein hochmotorisiertes Fahrzeug der Luxusklasse in Kenntnis der späteren Verwendung an verschiedene niederländische Tätergruppierungen zur Begehung von Geldautomatensprengungen in Deutschland vermietet zu haben.

Wo die Geldautomaten in Deutschland gesprengt wurden:

Die Sprengungen wurden in Trier (Rheinland-Pfalz), Senden, Gelsenkirchen, Dortmund, Löhne, Bad Oeynhausen, Arnsberg, Wesel (Nordrhein-Westfalen); Rinteln, Ihlow, Hann. Münden, Itterbeck (Niedersachsen); Dierdorf, Montabaur, Homburg (Saarland) und Gelnhausen (Hessen) verübt.

Was zu den Durchsuchungen und Festnahmen geführt hat:

Die länderübergreifenden Ermittlungen gehen zurück auf eine zentrale Auswertung des Bundeskriminalamts zu verschiedenen, im Jahr 2021 in Deutschland erfolgten Geldautomatensprengungen. Aufgrund der überregionalen Strukturen und Tatorte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland hat die ZeOS NRW in Abstimmung mit dem Bundeskriminalamt die zunächst getrennt geführten Verfahren übernommen und zusammengeführt. Die daraufhin in enger Zusammenarbeit mit den niederländischen Strafverfolgungsbehörden durchgeführten intensiven Ermittlungen haben den heutigen Einsatz ermöglicht.

Was mit den Beschuldigten passiert:

Bereits im Vorfeld der Maßnahmen hat die ZeOS NRW gegen beide Beschuldigte europäische Haftbefehle erwirkt. Die Beschuldigten werden im Laufe des Tages einem Haftrichter in den Niederlanden vorgeführt, welcher auch über das von hier aus gestellte Auslieferungsersuchen zu entscheiden hat.

Was die Durchsuchungen bringen sollen:

Die Maßnahmen dienen zudem der Sicherstellung von Beweismitteln wie Mobiltelefonen, elektronischen Speichermedien und Unterlagen im Zusammenhang mit der Vermietung von Fahrzeugen.

Gesicherte Erkenntnisse zu den Identitäten der Täter, welche die 17 Bankautomatensprengungen verübten, liegen bislang nicht vor. Insgesamt erbeuteten diese Täter mindestens knapp eine Million Euro und verursachten Sachschäden in Höhe von knapp zwei Millionen Euro.

Die Ermittlungen, insbesondere die Auswertung der aufgefundenen Beweismittel, dauern an.

Fakten zu Geldautomatensprengungen in Deutschland:

Die Fallzahlen von Geldautomatensprengungen lagen im Jahr 2021 auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr (2020: 414 Fälle). Der überwiegende Teil dieser Fälle wurde mit Explosivstoffen verübt. Ein deutlicher regionaler Schwerpunkt der Taten lag im Jahr 2021 erneut in Nordrhein-Westfalen, aber auch die Länder Niedersachsen und Hessen waren überdurchschnittlich stark von dem Phänomen betroffen. Ab dem letzten Quartal 2021 beobachtet das BKA einen erneuten Anstieg der Fallzahlen. Dieser Trend setzt sich - ebenso wie die vermehrte Verwendung von Explosivstoffen - bislang auch im Jahr 2022 fort.

(ots)