1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Geldmangel der Gemeinden: Immer mehr Schwimmbäder gehen unter

Geldmangel der Gemeinden: Immer mehr Schwimmbäder gehen unter

Weil die Gemeinden nicht genug Geld haben, machen immer weitere Schwimmbäder dicht. Seit 2009 sind 25 Frei- und Hallenbäder von der rheinland-pfälzischen Landkarte verschwunden. Viele andere kämpfen ums Überleben.


Bei der sommerlichen Hitze, die seit Wochen herrscht, sehnen sich viele Menschen nach dem Sprung in kühles Wasser. Allerdings muss so mancher dafür deutlich weiter fahren als früher. Immer weitere Schwimmbäder schließen. Allein in den vergangenen sechs Jahren wurden nach Angaben des Mainzer Innenministeriums landesweit 25 Bäder aufgegeben. Und das nicht, weil zu wenige Gäste kamen. Sondern weil die verschuldeten Kommunen sich den Betrieb nicht leisten konnten - und erst recht keine millionenschwere Sanierung.

Trauriges Beispiel dafür ist das Waldfreibad in Stadtkyll. Es war mit zuletzt 27.000 Schwimmern der Besuchermagnet im Vulkaneifelkreis. Doch konnte die Verbandsgemeinde Obere Kyll die jährlichen Verluste von 180.000 Euro nicht tragen. Und kein privater Investor war bereit, sich auf die 3,5 Millionen Euro teure Sanierung einzulassen. Auch das Freibad Schönecken ist seit Jahren geschlossen. Unter den 279 Frei- und Hallenbädern, die es landesweit noch gibt, kämpfen viele mit jährlichen Verlusten und üppigem Sanierungsstau.

Darunter ist auch das beliebte Freibad in Kyllburg - zuletzt renoviert im Jahr 1987. Immer wieder wird über seine Zukunft diskutiert. Wie sehr die Menschen daran hängen, zeigte eine von Hunderten Bürgern unterzeichnete Petition. Die Politik will das Bad trotz aller finanziellen Schwierigkeiten erhalten.

Mehr als 3000 Menschen setzten sich 2001 bei einem Bürgerentscheid für die Rettung des maroden Hermeskeiler Freibads ein. Mit Erfolg: Der Verbandsgemeinderat nahm seinen Schließungsbeschluss wieder zurück und ließ das Bad sanieren. Ein Happy End gab es auch fürs Freibad Oberweis. Nach schwierigen Verhandlungen wurde es mitsamt angrenzendem Campingplatz an den Pächter des Geländes verkauft.

In Konz mussten Frei- und Hallenbad zwar 2010 schließen. Allerdings soll dort im September das neue, acht Millionen teure Hallenbad öffnen.

Eine Folge der Badschließungen: Der Sportbund Rheinland-Pfalz bemängelt, dass viele Schulkinder nicht schwimmen lernen, obwohl dies zur Grundausbildung gehöre.Mehr zum Thema

Abrissbagger statt Badegäste