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Gemeinden müssen Millionen in neue Straßenlampen investieren

Gemeinden müssen Millionen in neue Straßenlampen investieren

Mehrere Hundert Kommunen in der Region müssen wegen einer EU-Verordnung in nächster Zeit ihre Straßenbeleuchtung erneuern. Die Umrüstung kostet Millionen, spart aber auch Stromkosten.

Viele Straßenlampen sind uralt und verbrauchen daher viel Energie. Zu viel, kritisiert die EU und hat dem Handel eine Frist gesetzt: Ab Anfang nächsten Jahres dürfen Energieschleudern wie die Quecksilberdampflampen nicht mehr verkauft werden; zwei Jahre später läuft auch für andere ältere Technologien die Galgenfrist ab. Vielen Kommunen bleibt daher gar nichts anderes übrig, als ihre Straßenbeleuchtung umzurüsten. Das Einsparpotenzial ist groß: Nach Berechnungen der Energieagentur Nordrhein-Westfalen zahlen die deutschen Gemeinden derzeit 850 Millionen Euro pro Jahr für Straßenbeleuchtung. Mit neuer Technologie ließe sich der Verbrauch um 2,7 Milliarden Kilowattstunden drücken - was circa 400 Millionen Euro entspricht.

In der Region Trier hat ein Großteil der Gemeinden Verträge mit dem Energieversorger RWE abgeschlossen. Die Kommunen würden nach und nach auf die neuen Lichttechnologien umgestellt, sagt RWE-Sprecher David Kryszons. "169 Gemeinden erfüllen die EU-Verordnung schon", sagt Kryszons, die übrigen 350 Kommunen würden möglichst bis 2018 modernisiert.

Welche neuen Leuchttechnologien installiert werden, ist von Ort zu Ort verschieden: In der Eifelgemeinde Pronsfeld wurden alle 256 Quecksilberdampf- durch Natriumdampf-Hochdrucklampen ersetzt. Energieersparnis: 25 Prozent. In der Hermeskeiler Fußgängerzone leuchten 21 LED- statt zuvor 46 Kugellampen. Energieersparnis: 60 Prozent. In Morbach (Kreis Bernkastel-Wittlich) brennen seit vergangenem Jahr LED-Leuchten. Energieersparnis: 50 Prozent.

Auch in Trier und Bitburg werden derzeit Lampen ersetzt. Über die mögliche Höhe der Einsparungen machen die Verantwortlichen noch keine Aussagen. Natürlich gehe der Energieverbrauch durch neue Leuchten zurück, sagt etwa der Sprecher der Stadt Bitburg, "dafür steigen aber auch die Strompreise". Je nachdem, ob in einer Kommune nur die Leuchte ausgewechselt wird oder womöglich gleich komplett neue Lampen installiert werden, müssen die Bürger damit rechnen, zur Kasse gebeten zu werden. "Wenn mehr gemacht wird als nur die Birne zu tauschen, ist das beitragsfähig", so Gerd Thielmann vom rheinland-pfälzischen Gemeinde- und Städtebund.

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