Gemeinden suchen Rat

TRIER. 2007 ist Wahljahr – jedenfalls für 1,3 Millionen Katholiken im Bistum Trier. Sie entscheiden Anfang November darüber, wer sie künftig in den Pfarrgemeinderäten vertritt. Bischof Reinhard Marx hat am Freitag die Kampagne vorgestellt und über den Stand der Vorbereitungen informiert.

In den kommenden Wochen werden in Gemeindezentren und Pfarrsälen, in den Aushang-Kästen und an den Pinnwänden der katholischen Kirchen im Bistum Trier leuchtend grüne Plakate Einzug halten. Sie werben für die Pfarrgemeinderatswahl am 10. und 11. November. Das Motto der Kampagne: "Unsere Gemeinde sucht Ihren Rat.""Die kommende Amtszeit wird sehr wichtig sein"

Das gelte ganz besonders im Hinblick auf das "Projekt 2020", die Zusammenlegung der bisherigen Pfarreien zu größeren Einheiten, sagte Bischof Reinhard Marx am Freitag bei der Präsentation der Kampagne. "Wir brauchen vor Ort Veränderungsbereitschaft. Wir müssen uns neu aufstellen. Die kommende Amtszeit der Pfarrgemeinderäte wird sehr wichtig sein." 1,3 Millionen Katholiken ab 16 Jahren werden im Bistum Trier an die Urnen gerufen, um die 13 000 Mitglieder der Pfarrgemeinderäte für die Jahre 2008 bis 2011 zu bestimmen. Diese Gremien gestalten und entwickeln das Leben in den Pfarreien. Derzeit werden Wahlbeauftragte gesucht und Wahlausschüsse gebildet, anschließend startet die Suche nach den Kandidaten. Vom Spätsommer an steht die Motivation der Wahlberechtigten im Vordergrund. Bei 19,2 Prozent lag die Beteiligung 2003. Dieses Ergebnis solle gehalten werden, sagt Wolfgang Meyer, der im Bischöflichen Generalvikariat unter anderem für die Pfarrgemeinderäte zuständig ist. Besonders viel Engagement investiere man in die Mobilisierung junger Leute. Gewählt werden die Räte größtenteils noch in den bisherigen Pfarreien. Von 2008 an ist jedoch die Bildung zusätzlicher "Pfarreien-Räte" Pflicht, die in größeren Einheiten zusammenarbeiten sollen. Gisela Born, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats in Trier-Ehrang, verfügt über Erfahrung mit solchen Gremien: Bevor die beiden Kirchengemeinden ihres Stadtteils fusionierten, arbeiteten sie in einem Pfarreien-Rat zusammen. "Wir haben dabei gelernt, über den eigenen Kirchturm hinauszuschauen, und gesehen, dass eine Zusammenlegung Sinn macht." Born appellierte bei der Präsentation der Wahl-Kampagne an ihre Amtskollegen, junge Leute und neue Ideen ernst zu nehmen. Wichtig sei bei der Kandidatensuche, das Positive des Ehrenamts hervorzuheben. "Wer sich engagiert, bekommt dafür auch viel zurück." Bischof Reinhard Marx dankte den Räten der auslaufenden Amtszeit. "Ohne ihr Engagement wäre die Kirche in unserem Bistum kaum lebensfähig."