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Gemeinsam stark Gemeinsam stark

Gemeinsam stark Gemeinsam stark

Viele Touristen aus dem In- und Ausland besuchen die älteste Stadt Deutschlands. Um noch mehr Tagesgäste, vor allem über die Flughäfen Hahn und Zweibrücken, anzulocken, kooperiert Trier mit sechs anderen Städten in Rheinland-Pfalz beim Projekt "Romantic Cities/Sparkling Moments".

Trier. Vor elf Jahren hatte Hans-Albert Becker, Chef der Tourist-Information Trier (TIT), eine zündende Idee. "Gemeinsam sind wir stärker", dachte er sich - und initiierte ein Treffen mit den Leitern der Fremdenverkehrsämter von Mainz, Ludwigshafen, Koblenz und Kaiserslautern. Es wurde eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, deren Vorsitzender Hans-Albert Becker wurde und bis heute ist. Im Jahr 2000 stießen auch Speyer und Worms hinzu. Flughafen Hahn als "Einfallstor"

Ziel des Projektes: gemeinsame Anstrengungen der Kommunen mit Blick auf den Städtetourismus, Steigerung der Gästezahlen durch gezieltes Anwerben von ausländischen Besuchern, insbesondere aus Großbritannien und Italien, über das "Einfallstor" Flughafen Hahn. Das Projekt hieß zunächst "Städteforum Rheinland-Pfalz" und bekam vor zwei Jahren den Namen "Romantic Cities/Sparkling Moments".Wurde anfangs mit einem sehr bescheidenen Budget von 5000 Mark ausschließlich projektbezogen gearbeitet, stellen mittlerweile alle Kommunen und das Land jährlich Finanzmittel zur Verfügung. 40000 Euro gibt das Land und nutzt dabei den Topf der Konversionsmittel für den Hahn, 40000 Euro stiften die einzelnen Städte zu gleichen Teilen. "Dieser Finanzrahmen ist bis 2008 gesichert. Danach wird es sicherlich in ähnlichem Maße weitergehen", sagt Hans-Albert Becker. Die Arbeitsgemeinschaft "Romantic Cities", die eng mit der Rheinland-Pfalz-Touristik GmbH in Koblenz kooperiert, tagt drei- bis viermal jährlich in einer der sieben Städte. Seit rund einem halben Jahr fungiert Björn Rudek, der in Trier studiert hat, von hier aus als Projektbeauftragter. Gemeinsam mit einer auf Tourismus spezialisierten Werbeagentur wurde eine verkaufsorientierte Strategie entwickelt. Zum Beispiel wurde ein Internetauftritt gestaltet ( www.romanticcities.de). Auch Faltblätter werden herausgegeben. Die Werbeagentur ist auf verschiedenen ausländischen Märkten, speziell in Großbritannien, Italien und neuerdings Skandinavien, unterwegs. Vor Ort werden gezielt Multiplikatoren sowie Reiseveranstalter, Bus-Unternehmen und Endkunden angesprochen. Einladungen zu Kurzreisen

Journalisten werden zu Kurzreisen nach Rheinland-Pfalz eingeladen, damit sie später in ihren Heimatländern berichten und die Menschen über die Vorzüge der Tourismusregionen und insbesondere der sieben Städte informieren können.Da zunehmend der Flughafen Zweibrücken an Bedeutung gewinnt, hat die AG "Romantic Cities" bei ihrer letzten Sitzung Anfang April beschlossen, auch hier ihre Aktivitäten zu verstärken. Entscheidend für das Erschließen neuer Märkte ist, welche Fluggesellschaften von Zweibrücken aus welche Städte anfliegen. Derzeit fliegt allein Germanwings nach Berlin.Wie viele Tagestouristen mehr durch die Marketingmaßnahmen der AG "Romantic Cities" schon den Weg nach Trier gefunden haben, lässt sich angesichts vieler anderer Werbeaktivitäten kaum nachhalten. TIT-Chef Hans-Albert Becker ist jedoch vom Erfolg überzeugt: "Das zeigen zahlreiche Anfragen, die sich speziell auf diesen Begriff beziehen." Meinung Der Hahn als Zugpferd Der Hahn als Zugpferd Jahr für Jahr verzeichnet Trier neue Besucherrekorde. Mancher fürchtet ein Abflauen des Touristenstroms, wenn das Konstantinjahr zu Ende gegangen ist. Doch Trier hat nicht nur römische Attraktionen zu bieten, sondern auch den unschätzbaren Vorteil, über den Flughafen Hahn für Gäste aus dem europäischen Ausland schnell erreichbar zu sein. Immer deutlicher zeigt sich, dass es richtig war, den Airport im Hunsrück massiv mit Steuergeldern zu unterstützen. Tausende Arbeitsplätze wurden und werden geschaffen, und durch die steigende Zahl von Tagestouristen fließt viel Geld in die Region, worüber sich nicht nur der Einzelhandel freut. Mit dem Projekt "Romantic Cities" und der Bündelung der Aktivitäten der großen Städte im Land wurden die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkannt. Nach zaghaften Anfängen steht mittlerweile auch ein ordentliches Budget zur Verfügung. Außerdem sind mit der Einstellung eines Projektleiters organisatorisch die Weichen richtig gestellt worden. Trier muss vor der Zukunft nicht bange sein. Die Besucherzahlen werden vermutlich dank des Zugpferds Hahn und der konzentierten Anstrengungen auch künftig eher steigen als sinken. Kompliment an die Tourismusplaner!