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Genesenennachweis: Welchen Corona-Test brauche ich für das Dokument?

Verhalten nach der Quarantäne : Welchen Corona-Test man für den Genesenennachweis braucht und wieso seine Gültigkeit verwirrend ist

Wann und wo kommt man an den Genesenennachweis, wenn die Corona-Infektion vorüber ist? Wir erklären, warum man nach einer Infektion gar nicht 90 Tage lang als genesen gilt und welchen Test es für den Genesenennachweis tatsächlich braucht.

Die Quarantäne-Regeln sind inzwischen ziemlich klar: Nach 10 Tagen ist die Isolation ohne Test vorbei. Wer sich freitesten möchte, kann das ab dem 8. Tag tun - entweder mit negativem PCR-Test oder inzwischen auch mit negativem Antigen-Schnelltest, der an einer offiziellen Teststation durchgeführt wird. Weniger durchsichtig hingegen sind die Regeln rund um den Genesenennachweis.

Ist ein offizieller Antigenschnelltest für den Genesenennachweis ausreichend?

Nein, nach aktuellem Stand ist ein professioneller Schnelltest von einer zertifizierten Teststelle nicht ausreichend. Auf Nachfrage bei der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz heißt es, dass lediglich PCR-Tests für die Ausstellung eines Genesenennachweises ausreichend seien. Auch die seit Januar in Apotheken angebotenen PoC-NAT-Tests sind aktuell noch nicht dafür vorgesehen, die Erstellung eines Genesenenzertifikats zu ermöglichen.

Die Landesapothekerkammer erklärt hingegen, dass die Erstellung eines Genesenennachweises durch rheinland-pfälzische Apotheken auch mit einem positiven Corona-Antikörpertest möglich ist. Es muss allerdings ein offizieller Labortest sein, Selbsttests gelten nicht als Nachweis. Zwei Apotheken in Trier und Umgebung konnten unserer Zeitung diese Möglichkeit nicht bestätigen.

Wie und wo erhalte ich einen Genesenennachweis?

Ausstellen können das Zertifikat sowohl Apotheken als auch Hausärzte. Antragsteller müssen lediglich ihren positiven PCR-Test vor Isolation und einen gültigen Lichtbildausweis vorzeigen. Ein negativer PCR-Test muss keineswegs vorgelegt werden, schließlich wird inzwischen ausschließlich mit offiziellen Schnelltests freigetestet. Auch einen negativen Schnelltest muss man in der Apotheke nicht vorlegen, da die Isolation nach 10 Tagen auch ohne negativen Test vorüber ist.

Beim Genesenennachweis gilt: Sowohl ein digitales als auch ein ausgedrucktes Zertifikat auf Papier ist zulässig. Der QR-Code des Genesenennachweises lässt sich ebenso digital hochladen wie der eines Impfzertifikats, zum Beispiel in der Corona-Warn-App oder in der CovPass-App.

Wann und wie lange ist das Zertifikat gültig?

Im Januar wurde beschlossen, dass der Genesenenstatus bei Ungeimpften statt sechs nur noch drei Monate beziehungsweise 90 Tage lang gültig ist. Bei Geimpften gilt der Status sechs Monate.

Diese Zahl ist für die Genesenen allerdings nicht wirklich relevant, da man laut Robert Koch-Institut (RKI) erst 28 Tage nach positivem PCR-Test als genesen gilt. Mit anderen Worten: Ein Genesenennachweis kann für Ungeimpfte maximal 62 Tage lang gültig sein, und zwar wenn der Test länger als 28 Tage aber maximal 90 Tage zurückliegt. Die stets kommunizierten drei Monate beziehen sich also auf den Abstand zwischen positivem PCR-Test und Ablauf des Genesenenzertifikats, nicht aber auf die Dauer der Gültigkeit des Nachweises. Übrigens: Die verkürzte Gültigkeit des Genesenenzertifikats gilt auch für die Nachweise, die vor dem 15. Januar ausgestellt wurden.

Warum kann ein Genesenennachweis immer noch für sechs Monate ausgestellt werden?

Es besteht das Problem, dass die Verkürzung des Genesenenstatus auf drei Monate nicht korrekt auf den digitalen Impfzertifikaten ausgewiesen wird. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums erklärte Mitte Februar, es werde noch an einer technischen Umstellung in der entsprechenden App gearbeitet. Bis dahin kann der Genesenennachweis noch für sechs Monate ausgestellt sein.

Die neue Grenze von drei Monaten für ungeimpfte Genesene greift trotzdem. Der Genesenenstatus wird demnach nicht korrekt durch das Zertifikat abgebildet. Es müsste nun kontrolliert werden, wie lange die Corona-Infektion tatsächlich zurückliegt.

Muss ich meinen negativen Test nach der Quarantäne an das Gesundheitsamt schicken?

Das Gesundheitsamt Trier informiert Infizierte seit Ende Januar nicht mehr telefonisch über die Isolation. Natürlich wird das Gesundheitsamt trotzdem direkt von den Teststellen über etwaige positive Tests informiert. Daher soll man dieses - auch wenn es sich nicht telefonisch bzgl. Isolation gemeldet hat - per Mail über das Freitesten in Kenntnis setzen und das negative Test-Ergebnis anhängen. Dazu schreibt das Gesundheitsamt des Landkreis Trier-Saarburg auf seiner Webseite: „Negative Testergebnisse zur Verkürzung der Quarantänezeit senden Sie uns bitte unaufgefordert an freitesten@trier-saarburg.de.“

Gelte ich als Genesener als geboostert?

Jein, denn es kommt auch hier wieder auf den genauen Zeitpunkt an. Nichtgeimpfte und geimpfte Genese gelten zwischen dem 28. und dem 90. Tag nach positivem PCR-Ergebnis als geboostert. Das heißt, dass bei 2G-Plus-Regel eine zusätzliche Testpflicht entfällt. Wer vor seiner Infektion nicht geimpft wurde, verliert nach 90 Tagen jeglichen Status. Wer zuvor zweifach geimpft wurde, muss sich anschließend wieder testen, wenn die 2G-Plus-Regelung gilt. Auch nach der Infektion kann man sich jedoch impfen lassen, egal ob Erst-, Zweit- oder Booster-Impfung.

Wann darf ich mich nach einer Infektion impfen lassen?

Das Land-Rheinland-Pfalz empfiehlt Geimpften, die nach ihrer Impfung bzw. ihren Impfungen erkrankt sind, eine weitere Impfung und schreibt dazu auf seiner Webseite: „Personen, die nach COVID-19-Impfung (unabhängig von der Anzahl der Impfstoffdosen zur Grundimmunisierung) eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen im Abstand von mindestens 3 Monaten nach Infektion ebenfalls eine Auffrischimpfung erhalten.“ Das gilt auch für ungeimpfte Genesene.