Genügend Erntehelfer für die Landwirtschaft

Genügend Erntehelfer für die Landwirtschaft

Harte Arbeit, wenig Geld: Die Landwirtschaft findet auch aufgrund der Wirtschaftskrise in diesem Jahr wieder ausreichend Saisonkräfte für die Ernte und den Weinbau. Fast alle Helfer sind Ausländer.

Mainz. Mehr als 20 000 Einstellungen von Saisonarbeitskräften sind von Januar bis April von den Arbeitsämtern bewilligt worden. Auch für die Weinbauarbeiten im Herbst rechnet die rheinland-pfälzische Arbeitsministerin Malu Dreyer (SPD) mit ausreichend Hilfskräften. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der SPD-Abgeordneten Monika Fink aus Bitburg und Kathrin Anklam-Trapp aus Nierstein hervor.

Im Vergleich zum Vorjahr, als händeringend Arbeitskräfte gesucht wurden, hat sich die Situation für die landwirtschaftlichen Betriebe deutlich entspannt. Das bestätigt Gerd Knebel vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau auf TV-Anfrage. Und das, obwohl für die harte Arbeit auf den Feldern nur ein gesetzlicher Mindeststundenlohn von 5,55 Euro vorgesehen ist. Dieser Betrag soll im kommenden Jahr laut Ministerin Dreyer auf 5,95 Euro und 2011 auf 6,40 Euro steigen. Die Arbeitgeber sind außerdem verpflichtet, den Helfern eine angemessene Unterkunft zu stellen. Manche Betriebe gewähren Unterkunft und Verpflegung zusätzlich zum Lohn, um gute Kräfte zu binden, andere nicht. Genaue Zahlen darüber gibt es laut Verband nicht.

Die ausländischen Erntehelfer stammen überwiegend aus Polen (etwa 10 000, 50 Prozent) und Rumänien (9556, 47 Prozent). Auch Bulgaren, Kroaten und Ungarn arbeiten hier in der Ernte. Infolge der Wirtschaftskrise und der angespannten Situation auf den Arbeitsmärkten in Osteuropa suchten wieder mehr Menschen eine Saisonbeschäftigung, teilte Ministerin Dreyer mit. Eine Rolle spielten auch der Wertverlust des britischen Pfunds und die hohen Lebenshaltungskosten in England. "Viele Polen kommen aufgrund dessen lieber wieder zu uns", sagt Gerd Knebel vom Bauern- und Winzerverband.

Deutsche scheuen hingegen weiter die Mühen. Besondere Angebote an Langzeitarbeitslose hätten nur in wenigen Fällen gefruchtet. "Die meisten stehen das körperlich oder psychisch nicht durch", sagt Knebel.