Geplatzter Hahn-Verkauf: Brief bringt Dreyer in Bedrängnis

Geplatzter Hahn-Verkauf: Brief bringt Dreyer in Bedrängnis

Ein Brief belastet Ministerpräsidentin Malu Dreyer beim geplatzten Verkauf des Flughafens Hahn. Die Regierung habe Druck gemacht. Obwohl der Deal geplatzt ist, spekulieren die Chinesen noch auf den Hahn.

Welche Rolle spielte Malu Dreyer im Verkaufsverfahren um den Flughafen Hahn? In einem Brief des Wirtschaftsprüfungsunternehmens KPMG heißt es, die Ministerpräsidentin habe Druck gemacht, den Hunsrück-Flughafen zu verkaufen - trotz Zweifeln am dubiosen chinesischen Bieter Shanghai Yiqian Trading (SYT). Eine Abschrift des Briefes liegt unserer Zeitung vor. Mit brisantem Inhalt: Als es bei der SYT am 19. Mai einen überraschenden Gesellschafterwechsel gegeben hat, habe die KPMG dem Innenstaatssekretär Randolf Stich empfohlen, die Verhandlungen mit dem Bieter auszusetzen. Dieser habe nach kurzer Unterbrechung entschieden, die Verhandlungen fortzuführen - mit einem Verweis auf von der Ministerpräsidentin "bereits zuvor zum Ausdruck gebrachten Zeitdruck", wie es im Schreiben heißt.

Dreyer sagt: "Es gab niemals und zu keinem Zeitpunkt eine Terminvorgabe." Den Brief nennt sie eine "einseitige Darstellung der KPMG".

Alexander Licht (Brauneberg) fordert, alle Schreiben der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der stellvertretende CDU-Fraktionschef sagt: "Wenn der Brief der KPMG zutrifft, zeigt sich, dass die Verstrickung der Ministerpräsidentin in den Verkaufsprozess deutlicher ist als bekannt."

Der Deal mit der SYT platzte im Juli, weil eine Bankbürgschaft mutmaßlich gefälscht war. Der Idar-Obersteiner Bernstein-Händler Hans-Werner Müller, der als Bevollmächtigter von SYT den Kaufvertrag für den Hahn unterschrieben hat, schließt aber nicht aus, dass die chinesische Gesellschaft doch noch die vereinbarte Kaufsumme von 13,5 Millionen Euro überweisen wird. Schließlich habe sie nach dem Vertrag, der laut Müller nicht rechtskräftig gekündigt ist und damit noch immer gelte, bis 31. Oktober Zeit zu zahlen, sagte Müller unserer Zeitung. Er hält das Gebot weiterhin für seriös.

Am Donnerstag endet die Bieterphase des nach dem geplatzen Deal mit SYT erneut eröffneten Verkaufsverfahrens. Danach will die Landesregierung aus den Angeboten möglichst einen neuen Käufer auswählen.

Die Zweifel wachsen: Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagt, sie habe keinen Einfluss auf den Hahn-Verkauf genommen

Was wäre, wenn, die Chinesen doch noch den Hahn kaufen würden?

Mehr von Volksfreund