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Gesundes Schulessen schmeckt auch gut

Gesundes Schulessen schmeckt auch gut

Nicht immer schmeckt Kindern gesundes Essen. Schon gar nicht in der Schule. Am heutigen bundesweiten Tag der Schulverpflegung wird mit Aktionen für ausgewogene Ernährung der Schüler geworben.

Trier. Ein Blick in die Speisekarte des Saarburger Gymnasiums: Heute steht Kartoffel-Gemüsesuppe mit Butter-Rosinen-Schnecke auf der Speisekarte. Am Donnerstag gibt es badische Maultaschen mit Petersiliensauce, Kartoffelpüree und Rahmspinat, zum Nachtisch Obst. Außerdem ist jeden Tag ein Salatteller im Angebot, den sich Lehrer und Schüler am Büffett zusammenstellen können. Klingt lecker und abwechslungsreich.
Häufig scheint es jedoch mit dem Schulessen nicht so weit her zu sein. Es fehle oft die Abwechslung, sagt Hannelore Jacobi, Ernährungsexpertin beim Dienstleistungszentrum ländlicher Raum Mosel. Sie berät Schulen, Schulträger und Essenslieferanten, worauf es bei gutem Schulessen ankommt. Dazu checkt sie Speisepläne, schaut sich die Essensauswahl an.
Essen darf 2,85 Euro kosten



Jacobis Fazit: "Es gibt noch viel zu tun." Es müsse nicht immer nur gesundes Essen sein, es dürften auch mal Pommes auf dem Speiseplan stehen. Aber Fleisch müsse es nicht jeden Tag geben, hin und wieder sollte es mal ein vegetarisches Gericht sein. " Es kommt auf die Abwechslung und die Ausgewogenheit an", sagt die Ernährungsberaterin.
Zum heutigen bundesweiten Tag der Schulverpflegung hat sie gemeinsam mit Schulen und deren Küchen Aktionen geplant, die beispielhaft zeigen sollen, dass gutes Schulessen auch gut schmecken kann (siehe Extra),
Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium will die Qualität der Verpflegung in den Schulen und das Ernährungsbewusstsein der Schüler verbessern. Dazu hat es für rund 100 000 Euro ein Modellprojekt aufgelegt, in dem in zwölf ausgewählten Schulen, unter anderem in Reinsfeld (Trier-Saarburg), verstärkt die Themen Ernährung und Gesundheit im Unterricht angesprochen werden sollen. Dazu sollen drei Jahre lang 20 Lehrer zu Ernährungsexperten ausgebildet werden. Ob sich dadurch etwas an der Qualität des Schulessens ändert, ist unklar.
Das Problem beim Schulessen sei der enorme Kostendruck, sagt Michaela Schlich. Die Ökotrophologin leitet das Fachgebiet Ernährungs- und Verbraucherbildung an der Universität Koblenz und ist zuständig für das Modellprojekt des Landes. "Im Schnitt darf ein Essen 2,85 Euro kosten - da sind Energie- und Personalkosten meist schon eingerechnet. Eine optimale Verpflegung im Sinne von frischer, abwechslungsreicher und ausgewogener Ernährung, die den Schülern auch noch schmeckt, ist da leider meist nicht drin", sagt Schlich. Für die "Warmverpflegung" in den Ganztagsschulen inTrier suche man nicht den billigsten Anbieter aus, entscheidend sei das beste Preis-Leistungs-Verhältnis", sagt Stadtpressesprecher Ralf Frühauf. Die Vergabe erfolge nach offizieller EU-Ausschreibung für maximal zwei Jahre. Die Anbieter seien verpflichtet, sich an bundesweite Qualitätsstandards für Schulverpflegung zu halten. Mitarbeiter des städtischen Schulamtes prüften dies anhand der Speisepläne, durch Probeessen oder Lebensmittelkontrollen, sagt Frühauf. Qualitätsstandards müssen auch nicht mit Essenswünschen der Schüler widersprechen. Am Schulzentrum inKonz versucht der Betreiber der dortigen Mensa, beides zu vereinen. Vor allem greift er so oft es geht auf regionale Produkte wie etwa Kartoffeln von einem Trierer Bauernhof zurück. Die Konzer Schulmensa wird wie die des Cusanus Gymnasiums Wittlich, in der Schüler, Lehrer und Eltern gemeinsam für die Verpflegung sorgen, und der Grundschule Hillesheim, die eine eigene Ernährungsexpertin beschäftigt hat, auf der Internetseite schulverpflegung.rlp.de als herausragende Beispiele für das Bemühen um gutes Schulessen genannt.Extra

Grundschule Zeltingen-Rachtig: Die Klasse 3 b bereitet gesunde Pausenkost für alle Schulkinder zu, wie etwa Armer Ritter mit frisch zubereitetem Apfel-Kompott, Power-Waffeln mit frisch gemahlenem Weizenmehl, Müsli mit frischen Haferflocken, Rohkost oder Obstsalat. Grundschule Trier-Biewer: Die Grundschule hat Kürbisse im Schulgarten angebaut und geerntet, die Samen getrocknet und einen Salat zubereitet. Die Kinder dekorierten die Mensa mit Kürbissen und haben Fratzen in die Schale geschnitzt. Heute bietet die Schule ein Mittagessen aus Kürbissen an. Integrierte Gesamtschule Hermeskeil: Schüler kochen in dem Altenheim, von wo sie ihre Schulverpflegung erhalten, ein komplettes Mittagessen. Zuvor hatten sie ihre Mitschüler zu regionalen Produkten befragt. Grundschule Wiltingen: Besuch eines regionalen Bauernhofes mit Kartoffelernte. Zum Mittagessen gibt es ein Menü aus Kartoffeln. Egbert-Grundschule Trier Von der Kuh zum Kakao: Wie wird Milch produziert? In Projekten wird der Nutzen von Milch erarbeitet. Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit der Herstellung von Kakao und der Produktion von Nutella. Quelle: DLR Mosel