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Getötetes Baby in Spangdahlem: US-Soldat weist Schuld zurück

Getötetes Baby in Spangdahlem: US-Soldat weist Schuld zurück

Ein US-Soldat aus Spangdahlem soll sein Baby geschlagen und geschüttelt haben, bis es starb. Ein amerikanisches Militärgericht in der Eifel verhandelt daher gegen ihn. Zum Prozessauftakt wies der Angeklagte die Schuld am Tod des Kindes zurück. Die Ehefrau wurde bereits von einem deutschen Gericht verurteilt.

Ein US-Soldat soll in der Eifel sein acht Monate altes Baby zu Tode gequält haben. Vor einem US-Militärgericht auf dem US-Flugplatz Spangdahlem begann am Donnerstag die Hauptverhandlung gegen den Mann. Der Soldat erklärte sich dabei für nicht schuldig. Er machte keine weiteren Angaben zu dem Fall, wie eine Sprecherin der Air Base im Eifelkreis Bitburg-Prüm sagte. Der Angeklagte soll seinen Sohn mehrfach so heftig geschlagen und geschüttelt haben, dass dieser im Oktober 2010 starb. Die Anklage lautet auf Totschlag, Misshandlung und Körperverletzung.

Der Angeklagte hat sich für einen Prozess vor einer Geschworenen-Jury entschieden. Am Donnerstag wurden 21 Kandidaten für die Jury befragt, die letztlich aus fünf Mitglieder bestehen wird. Das Verfahren soll bis zum 21. September abgeschlossen werden, sagte die Sprecherin. Verhandelt werde täglich - außer sonntags. Als US-Soldat unterliegt der Mann der amerikanischen Militärgerichtsbarkeit. In einem ersten Verfahrensteil Ende Mai waren Zeugen und mögliche Beweismittel festgelegt worden.

Die Ehefrau des Soldaten und Mutter des Kindes wurde bereits Anfang Mai zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das Landgericht Trier sprach sie der Misshandlung und Körperverletzung mit Todesfolge, jeweils durch Unterlassen, schuldig. Die 23-jährige Amerikanerin hatte nicht verhindert, dass der Junge in Spangdahlem zu Tode misshandelt worden war.

Dieser Prozess sei von der Schwere der Vorwürfe her außergewöhnlich für den US-Stützpunkt, hieß es beim Prozessauftakt. Im Jahr gebe es 10 bis 15 Fälle vor dem Militärgericht, meist Delikte wie Diebstahl oder Trunkenheit am Steuer. In diesem Fall aber sei das „große Militärgericht“ zusammengetreten, das nur bei schwersten Anschuldigungen tage.