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Gewerkschaft: Lage bei der Polizei „extrem angespannt“

Weiße und blaue Hemden hängen im Landespolizeipräsidium nebeneinander. Foto: Oliver Dietze/Archiv
Weiße und blaue Hemden hängen im Landespolizeipräsidium nebeneinander. Foto: Oliver Dietze/Archiv FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken. Die Personalsituation bei der saarländischen Polizei ist nach Gewerkschaftsangaben „extrem angespannt“. Neben dem ohnehin laufenden Personalabbau gebe es zurzeit eine hohe Zahl von Versetzungen in den Ruhestand, die zuvor so nicht absehbar gewesen sei, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Ralf Porzel, der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. „Es klafft da eine Lücke. 2017 haben wir die Belastungsgrenze überschritten.“ dpa

Die Polizei habe im Jahr mit rund 100 Ruhestandsversetzungen geplant: 2017 und 2018 seien es aber jeweils um die 150. Verschärft werde die Lage dadurch, dass in den Jahren 2014 und 2015 statt wie geplant um die 100 nur 80 Anwärter eingestellt wurden, die nach ihrer Ausbildung erst drei Jahre später eingesetzt werden könnten. Und: Es seien derzeit mehr Beamte in Elternzeit als zuvor einkalkuliert. „Unterm Strich fehlen uns gerade rund 100 Beamte, die über den geplanten Abbau hinausgehen“, sagte Porzel.

Das Saarland muss als sogenanntes Haushaltsnotlageland von 2010 bis 2020 im Vollzugsdienst der Polizei 300 Stellen abbauen. Bereits um die 200 Stellen seien weggefallen, zurzeit gebe es noch rund 2650 Polizeivollzugsbeamte an der Saar, sagte Porzel. Die Zahl der nicht abgebauten Mehrdienststunden belief sich Ende 2017 auf 248 376 - das waren knapp 3000 mehr als ein Jahr zuvor.

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