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Gewerkschafter fordern 1000 neue Lehrer für Rheinland-Pfalz

Gewerkschafter fordern 1000 neue Lehrer für Rheinland-Pfalz

Die Unterrichtsversorgung an den Schulen im Land hat sich laut Bildungsministerin Vera Reiß (SPD) verbessert. Doch Eltern, Schüler und Lehrer beklagen, dass noch zu viel Unterricht ausfällt – sie verlangen mehr Geld für Bildung und mehr Jobs für Lehrer im Land.

Obwohl die rot-grüne Landesregierung die Unterrichtsversorgung an den allgemeinbildenden Schulen für ausreichend hält, fordern Lehrer und Elternvertreter eine bessere finanzielle Ausstattung und mehr Lehrer. 1000 Lehrer mehr würden benötigt, heißt es beim Lehrerverband VBE. Auch die Bildungsgewerkschaft GEW verlangt mehr Planstellen.

Hintergrund dieser Debatte: Am Mittwoch hat das Mainzer Bildungsministerium die neue Schulstatistik vorgelegt. Sie beinhaltet Daten zu Schülerzahlen, Klassengrößen oder Lehrereinstellungen. Eine Frage beantwortet sie nicht: wie viel Unterricht tatsächlich ausfällt. Denn die Statistik ermittelt nur die Versorgung. Das geht so: Schulen melden bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier an, wie viele Unterrichtsstunden sie erteilen wollen. Die ADD weist ihnen Lehrerstunden zu. Die Differenz zwischen Soll und Ist ergibt den Versorgungsgrad.

Dieser hat sich laut Landesbildungsministerin Vera Reiß (SPD) landesweit von 97,9 auf 98,4 Prozent verbessert, wobei vor allem Realschulen plus und Gymnasien profitiert hätten. Da die Schülerzahlen weniger stark gesunken seien als vorausgesagt, habe man seit 2011 nur 430 Lehrerstellen abgebaut, 250 weniger als geplant.

Reiß: "Wenn man den Unterrichtsausfall aufgrund von Erkrankungen, Studientagen oder Klassenfahrten auffangen wollte, bräuchte man eine Heerschar von Lehrkräften als stille Reserve auf Abruf." Eine Vollversorgung sei nicht machbar. Das Land hat aber einen Vertretungslehrerpool geschaffen, der auf 500 Vollzeitstellen aufgestockt wurde. Das sei viel zu wenig, beklagen GEW und VBE. Der rechnet vor, dass landesweit wöchentlich 11.000 Unterrichtsstunden ausfielen.

Regionalelternsprecher Reiner Schladweiler aus Temmels schlägt sogar einen Bildungseuro vor , den die Bürger bezahlen sollen. Mit dem Geld könnten mehr Lehrer eingestellt werden. Hannah-Katharina Kiennen, Sprecherin der Landesschülervertretung, findet die Idee gut: "Die Bildung ist unterfinanziert."