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Gezerre um Hygiene-Ampel verärgert Verbraucherschützer

Gezerre um Hygiene-Ampel verärgert Verbraucherschützer

Der Streit zwischen den Bundesländern um die Einführung einer Hygiene-Ampel für Gaststätten geht weiter. Den neuesten Vorschlag einer freiwilligen Regelung lehnen Verbraucherschützer ab. Sie fordern von den Ministerpräsidenten, eine bundesweit verbindliche Lösung zu finden.

Mainz. Sauber oder nicht sauber? Geht es nach dem Bundesverband der Verbraucherzentralen, sollen Besucher von Gaststätten das auf den ersten Blick erkennen können. Bislang bleiben die Ergebnisse amtlicher Kontrollen geheim. Seit einem Jahr ist eine bundesweite Hygieneplakette im Gespräch. Diese Ampel soll rot, gelb oder grün markieren, wie ein Betrieb bei Kontrollen abgeschnitten hat. "Das Siegel bringt Klarheit für Verbraucher", sagt der Verbraucherschutz-Vorsitzende Gerd Billen aus Speicher.
Nachdem sich die Verbraucherminister auf ein Kontrollbarometer verständigt, aber die Wirtschaftsminister ihr Veto eingelegt hatten, hat eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe vergeblich um eine Einigung gerungen. Man schlägt als Kompromiss vor, dass Lokale ihre Kontrollergebnisse freiwillig veröffentlichen.
Landes-Verbraucherschutzminister Jochen Hartloff (SPD) hält davon wenig: "Ich bin skeptisch, ob das zielführend ist." Hartloff, der die Haltung der SPD-geführten Länder koordiniert, bevorzugt eine verbindliche Regelung. Er sagt aber auch: "Damit ist der Kompromiss nicht vom Tisch."
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen lehnt das ab. "Eine freiwillige Lösung ist Unsinn, weil Verbraucher die schwarzen Schafe dann nicht erkennen können", kritisiert der Vorsitzende Billen. Er fordert, dass sich die Ministerpräsidenten einschalten. Bis zur Konferenz der Verbraucherminister Mitte September müsse ein verbindlicher Vorschlag vorliegen.
Gereon Haumann, Präsident des rheinland-pfälzischen Hotel- und Gaststättenverbandes, betrachtet eine verbindliche Hygiene-Ampel skeptisch: "Wir bekennen uns zu einer besseren Hygiene. Aber dem Verbraucher wäre mehr gedient, wenn mehr Lebensmittelkontrolleure flächendeckend prüfen würden, auch bei Bäckern und Metzgern."