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Götter, Helden, wilde Horden

Götter, Helden, wilde Horden

TRIER. Zum fünften Mal stehen die antiken Stätten im Mittelpunkt des "Erlebnissommers Römisches Trier". An 18 Abenden sollen acht verschiedene Produktionen von Klassik bis New Pop das Publikum ins Amphitheater und die Kaiserthermen locken. Dazu kommen Erlebnisführungen und wissenschaftliche Ausstellungen.

So einträchtig sitzen sie selten zusammen: Alle Jahre wieder treffen sich die Trierer Groß-Veranstalter auf Einladung der Landes-Organisation "Burgen, Schlösser, Altertümer" (BSA), um stolz die sommerlichen Höhepunkte in den antiken Stätten zu präsentieren.Privatveranstalter, Event-Agentur, Kulturdezernat, Theater, Uni, Landesmuseum, Tourist-Information; sie alle eint der Wunsch, möglichst viele Zuschauer zu gewinnen. Das Programm ist ebenso hochkarätig wie vielfältig, allein das Wetter bleibt ein unberechenbarer Faktor. Eigentlich müsse es dieses Jahr viel Sonne geben, mutmaßt Kulturdezernent Ulrich Holkenbrink, "nach den Gesetzmäßigkeiten der Wahrscheinlichkeit". Ob das Mathematiker und Meteorologen genau so sehen? Die Veranstalter haben jedenfalls ihre Hausaufgaben gemacht, vor allem, was die Koordination angeht. Antikenfestspiele und Popp-Concerts haben ihre Termine weitgehend entzerrt, so dass kaum Überschneidungen entstehen, BSA hat die großen Bauarbeiten an den Kaiserthermen so gelegt, dass sie die Produktionen nicht beeinträchtigen. Alles keine Selbstverständlichkeit in Trier.Die Moselfestwochen sind in diesem Jahr nicht mit von der Partie. Trotzdem kommt Intendant Hermann Lewen zur Pressekonferenz, als wolle er demonstrieren, dass die Abwesenheit nur eine vorübergehende Erscheinung sei. Auch Open-Air-Kinomacher Dirk Ziesenhenne ist gekommen, obwohl seine traditionelle Film-Reihe noch auf der Kippe steht.Seine Kollegen wuchern mit den Pfunden, die sie aufzubieten haben. Ingo Popp kann mit Farin Urlaub schon das erste ausverkaufte Konzert melden, "ein Novum", wie er sagt. Theater-Chefdramaturg Peter Oppermann berichtet von den 220 Kostümen, die für die beiden Antikenfestspiel-Produktionen geschneidert werden müssen, von monumentalen Aufbauten und riesigen Ton-Anlagen."Brot&Spiele"-Organisator Ronald Frank geht in diesem Jahr mit dem Slogan "Deutschlands größtes Römerspektakel" auf den Markt, trotz harter Konkurrenz in Xanten. Sogar nach Rom sei das Festival eingeladen worden, "als eines von fünf in ganz Europa". Das Programm setzt auf Bewährtes, nur dass die Gladiatoren diesmal in einem künstlichen Dschungel im Amphitheater kämpfen.Zu einem echten Renner haben sich die Erlebnisführungen entwickelt. Gladiator Valerius, der 2001 beim ersten Erlebnissommer fürs Amphitheater aus der Taufe gehoben wurde, hat zwei Brüder in den Kaiserthermen und der Porta bekommen. Mit riesiger Nachfrage, berichtet die Tourist-Information.Neben den "Events" glänzt das Römische Trier auch mit zwei hochkarätigen Ausstellungen in den Thermen am Viehmarkt. Vom 11. August bis zum 13. November geht es um das "Römerland Rheinland-Pfalz – Zwischen Limes und Kaiserstadt", vom 9. September bis zum 13. November kommt die wissenschaftliche Bild-Ausstellung "Wasser für den Kaiser".Quo Vadis, Musical, 16. bis 18., 23. bis 25. Juni, AmphitheaterFarin Urlaub Racing Team, 18. Juni in den KaiserthermenThe Hooters und Fools Garden, 19. Juni in den KaiserthermenAndreas Vollenweider & Friends, 20. Juni, KaiserthermenBright Eyes und The Faint, 21. Juni in den KaiserthermenAttila, Oper von Verdi, am 7., 9., 12. und 15. Juli, AmphitheaterGötter, Helden, wilde Horden, Konzert am 16. Juli, AmphitheaterBrot & Spiele, Römerspektakel vom 12. bis 14. August, Kaiserthermen, Amphitheater, Porta.