Große Unterscheide bei Strompreisen in Rheinland-Pfalz

Kostenpflichtiger Inhalt: Energie : Strompreise in Rheinland-Pfalz extrem hoch - und sie driften auseinander

Je nach Region klafft zwischen dem teuersten und dem billigsten Grundversorger eine Lücke von 268 Euro im Jahr, zeigt eine Studie. Verbraucherzentrale rät: Wechsel des Anbieters prüfen.

Die Stromkosten brechen in Deutschland immer weitere Rekorde. In diesem Jahr haben Bürger im Schnitt erstmals mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde bezahlt, ergaben Berechnungen der Bundesnetzagentur. Gemeinsam mit Dänemark zahlen die Deutschen europaweit den höchsten Strompreis, sagt die Verbraucherzentrale in Rheinland-Pfalz, die mit einer eigenen Studie ermittelt hat, wie massiv sich jährliche Kosten im Land von Region zu Region unterscheiden.

In der Grundversorgung zahlt ein Privathaushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 3600 Kilowattstunden danach beim teuersten Anbieter in Enkenbach-Alsenborn 1264,88 Euro im Jahr, wo das günstigste Angebot im pfälzischen Meckenheim bei 996,29 Euro liegt. Das macht für Kunden einen Unterschied von mehr als 268 Euro aus. Regionale Versorger wie die Stadtwerke Trier (1103,70 Euro) und Innogy (1127 Euro) liegen im Mittelfeld des rheinland-pfälzischen Vergleichs.

„Wir raten, aus der teuren Grundversorgung auszusteigen, die in Deutschland noch 28 Prozent der Privathaushalte nutzen“, sagt Fabian Fehrenbach, Referent für Energierecht in der rheinland-pfälzischen Verbraucherzentrale. Er weist darauf hin, dass die Grundversorger auch Modelle mit günstigeren Sonderverträgen anbieten, die in den besten Fällen um 216 Euro (24 Prozent) pro Jahr niedriger liegen als die Grundversorgung. Bei den Stadtwerken Trier haben die Verbraucherschützer bei günstigeren Sonderverträgen einen Mittelwert von 918,17 Euro errechnet, bei Innogy von 926,83 Euro. Verbraucherschützer empfehlen Kunden, den Markt jährlich auf bessere Angebote zu prüfen und zu günstigeren Anbietern zu wechseln. Das scheitere oft bei älteren Menschen, die weniger internetaffin seien.

Insgesamt sind die Stromkosten in der rheinland-pfälzischen Grundversorgung bei einem Verbrauch von 3600 Kilowattstunden pro Jahr von 2010 bis 2019 um 255 Euro auf knapp 1123 Euro gestiegen, was anfänglich vor allem an höheren Abgaben wie der Umlage zu erneuerbaren Energien gelegen habe. Zugleich hätten viele Grundversorger gesunkene Beschaffungskosten für Strom nicht an die Kunden weitergegeben, kritisiert die Verbraucherzentrale. Sie warnt, dass Hartz-IV-Empfänger zu niedrige Sätze bekämen, um die Strompreise zu bezahlen und Ärmere sogar oft in der Grundversorgung gefangen seien. Kritik äußert sie am Klimapaket der Bundesregierung.

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