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Grubenwasser an der Saar deutlich mit PCB belastet

Saarbrücken. Das aus den beiden einstigen Steinekohlebergwerken Reden und Camphausen im Saarland abgepumpte Grubenwasser ist stark mit dem Umweltgift PCB belastet. Dies geht aus Messungen in den Jahren 2016 und 2017 hervor, die das Umweltministerium am Mittwoch veröffentlichte. Auch in den Gewässern Sinnerbach (Reden) und Fischbach (Camphausen) gebe es „deutliche PCB-Belastungen“. dpa

In Reden beispielsweise werde die Umweltqualitätsnorm (UQN) bei einer „bergbautypischen“ PCB-Art um das 15-fache überschritten. In Camphausen lag dieses „PCB 52“ im Jahr 2017 sogar um das 22-fache über der UQN. Auch bei den allermeisten anderen PCB-Arten lagen die tatsächlichen Werte deutlich über der Umweltqualitätsnorm. In Reden und Camphausen, aber auch bei den Bergwerken Duhamel, Luisenthal und Victoria liegen zudem die Werte von Zink und einigen anderen Schwermetallen zum Teil erheblich über der Norm. Zink werde an allen Standorten „deutlich bis um den Faktor 19 überschritten“, heißt es in einem Papier des Ministeriums.

Der Sinnerbach bei Neunkirchen überschreite bei einer Reihe von Oberflächengewässernormen die Grenzwerte. Eine Reihe davon seien „sicher direkt auf die Grubenwassereinleitung zurückführbar“. Auch im Fischbach seien Überschreitungen bei „bergbautypischen Stoffen wie Barium, Bor, Selen, Zink und Titan“ zu wesentlichen Teilen auf die Einleitung von Grubenwasser durch die Grube Camphausen zurückzuführen.

Der saarländische Umweltminister Reinhold Jost (SPD) forderte wegen der deutlichen PCB-Belastung von Sinnerbach und Fischbach von der Bergbaugesellschaft RAG ein Konzept, aus dem hervorgehe, wie die Güteziele der Gewässer erreicht werden sollten. „Mit den nun vorliegenden Gewässerdaten haben wir dafür eine belastbare Rechtsgrundlage.“

Berichte Umweltministerium