Grün-weißer Nachwuchs

HAHN. Innenminister Karl Peter Bruch hat am Freitag auf der Landespolizeischule Hahn 262 neue Polizei-Kommissare und -Kommissarinnen ernannt. 21 von ihnen werden ihren Dienst im Bereich des Polizeipräsidiums (PP) Trier verrichten.

Geldautomaten-Diebstähle, Autoaufbrüche - in der Eifel geht die Angst um. Subjektiv gesehen ist das Sicherheitsgefühl gesunken, objektiv betrachtet gibt es kaum ein sichereres Bundesland als Rheinland-Pfalz. Fast 60 Prozent aller Straftaten (so viele wie noch nie) konnten im vergangenen Jahr aufgeklärt werden. Damit sowohl das subjektive als auch das objektive Sicherheitsempfinden der Bürger erhalten bleibt, ernannte Innenminister Karl Peter Bruch am Freitag 262 neue Polizei-Kommissare. Sie waren die ersten, die die reformierte Einstellung und das neue Diplom-Studium genossen haben. Erstmals konnte die einzelnen Präsidien die Anwärter direkt einstellen, früher lief dies über das Land. Die Anwärter (allesamt Abiturienten) begannen 2002 mit einem Vorbereitungsdienst in Enkenbach, ehe sie dann ihre theoretische Ausbildung bei der Landespolizeischule auf dem Hahn (Fachhochschule der Polizei) absolvierten und parallel Praktika in verschiedenen Dienststellen ableisteten. "Jetzt geht der Polizeidienst richtig los", sagte Bruch in seiner Festrede. Er hob die hohen Erwartungen hervor, die an die 262 jungen Polizisten (176 Männer, 86 Frauen) gestellt werden: "Der Staat erwartet Leistung und Freude am Beruf, Mobilität und Loyalität, der Bürger erwartet Sicherheit, Freundlichkeit, Objektivität und Gerechtigkeit. Die Polizisten selbst Anerkennung und ein entsprechendes soziales Gefüge von ihrem Dienstherrn, dem Land." Der Innenminister, für den es die Ernennungspremiere in seinem neuen Amt war, wies zudem auf die gestiegenen Anforderungen an den Polizeidienst wie Auslandseinsätze hin und sagte den neuen Polizisten voraus: "Mehrarbeit wird kein Fremdwort sein." Dass er selbst gerne mehr Polizisten einstellen würde, verhehlte er nicht. Mehr Personal hätte auch Triers Polizeipräsident Manfred Bitter liebend gern. Doch ausgerechnet beim PP Trier schlägt die hohe Durchfallquote in der Ausbildung (insgesamt bestanden 262 von 336 Anwärtern die Prüfung) durch. "Wir hatten 29 Anwärter eingestellt, 21 haben die Prüfungen geschafft, uns fehlen also fast 30 Prozent", sagte Bitter dem TV. Diese 21 werden zunächst für zwei Jahre bei der Bereitschaftspolizei ihren Dienst absolvieren, wo viele schon das Ende ihrer Ausbildung verbracht haben - und bereits Erfahrung zum Beispiel mit nächtlichen Streifen zur Bewachung von Geldautomaten haben.

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