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Grüne kritisieren Pläne für „Bitburg Airport“

Grüne kritisieren Pläne für „Bitburg Airport“

Ein Geldgeber aus Asien will angeblich 380 Millionen Euro in den Ausbau des Flugplatzes Bitburg stecken - eine stattliche Summe. Bei den Grünen stoßen die Pläne auf Skepsis, sie bevorzugen ein Energiezentrum auf dem Gelände.

Die Grünen im rheinland-pfälzischen Landtag haben sich gegen die Pläne zum Aufbau des „Bitburg Airports“ ausgesprochen. „Ich halte es für nicht verantwortlich, sich dort auf ein solches Abenteuer einzulassen“, sagte die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Jutta Blatzheim-Roegler, am Donnerstag. Der finanzielle Hintergrund des Ganzen sei bislang nicht dargelegt worden. „Man weiß nicht genau, wer dahintersteckt.“

In der vergangenen Woche hatte der Projektentwickler Frank Lamparski mitgeteilt, ein Geldgeber aus Asien wolle insgesamt 380 Millionen Euro investieren. Das Startkapital für den Ausbau werde noch in diesem Jahr auf einem projektgebundenen Konto einer Luxemburger Bank deponiert. Weitere 350 Millionen Euro sollen folgen - vom gleichen Investor, der nicht genannt werden will. Nach den Plänen des Projektentwicklers soll der Flugplatz Bitburg in zwei Schritten vom Regionalflughafen zum Internationalen Airport ausgebaut werden.

Blatzheim-Roegler betonte, die Haltung der Grünen sowie der Landesregierung sei im Koalitionsvertrag festgelegt. „Die Koalitionspartner halten die geplante Entwicklung des Flughafens Bitburg für wirtschafts- und verkehrspolitisch nicht vertretbar und werden entsprechende Planungen nicht unterstützen“, heißt es in dem Papier. Regionalflughäfen unterlägen einer starken Konkurrenz, sagte die Grünen-Politikerin. „Man weiß nicht, wohin die Reise geht.“

Wünschenswert sei auf dem Gelände, das nur rund 90 Kilometer vom Flughafen Hahn entfernt liegt, vielmehr der Bau eines Energiezentrums mit einem Mix unter anderem aus Photovoltaik, Windenergie und Energiepflanzen für den Betrieb von Biogasanlagen. „Das bringt viel mehr Vorteile als eine wie auch immer geartete fliegerische Nutzung.“

Der Flugplatz Bitburg war bis 1994 eine US-Air Base. Der heutige Regionalflugplatz mit Gewerbegebiet gilt als erfolgreiches Modell für den Umbau zu ziviler Nutzung. Aufsichtsratschef der Flugplatz Bitburg GmbH ist der rheinland-pfälzische CDU-Landtagsabgeordnete Michael Billen. Über Lamparski ist seit 2009 die luxemburgische Projektentwicklungsgruppe BIT-Airport mit 40,53 Prozent größter Gesellschafter der GmbH. Weitere Gesellschafter sind unter anderem die Stadt Bitburg sowie der Eifelkreis Bitburg-Prüm.

Flugplatz Bitburg GmbH