Grüne: Urantransporte nicht mehr genehmigen

Grüne: Urantransporte nicht mehr genehmigen

Die Grünen in Rheinland-Pfalz wollen im Bundesrat erreichen, dass Genehmigungen für Urantransporte auf der Schiene, die teilweise auch durch die Region fahren, nicht mehr so leicht erteilt werden können.

Die Atomgegner in der Region waren alarmiert. Vergangenen Dienstag startete in Hamburg wieder ein Zug mit 21 Containern, beladen mit Uranerzkonzentrat, dem sogenannten Yellow Cake. Das vermutlich aus Kasachstan per Schiff nach Hamburg gebrachte Yellow Cake sollte zu einer Uranfabrik in das südfranzösische Narbonne transportiert werden. Atomgegner beobachteten, wie der Zug am frühen Mittwochmorgen über Nordrhein-Westfalen durch Münster, Bonn und Köln weiter Richtung Koblenz gefahren ist. Vermutlich ist er dann entlang der Mosel über Wittlich und Trier und von dort aus weiter Richtung Saarland nach Frankreich gefahren.

Eine Bestätigung dafür gibt es nicht. Doch es wäre nicht das erste Mal, dass die Uranzüge durch die Region fahren. Im Sommer deckten entsprechende Recherchen unserer Zeitung die geheim gehaltenen Transportrouten der Züge auf.

Die Saarburger Grünen-Landtagsabgeordnete Stephanie Nabinger kündigte eine Bundesratsinitiative ihrer Partei an, mit der erreicht werden soll, dass die Genehmigungen für die Transporte nicht mehr so leicht erteilt werden können. Ein Verbot der Uranzüge quer durch die gesamte Republik hält sie für schwer durchsetzbar.

Genehmigt werden die Transporte durch das Eisenbahnbundesamt. Das rheinland-pfälzische Innenministerium wird über die Durchfahrt informiert. Die Transporte selbst unterliegen jedoch keiner Meldepflicht. Aus einer Antwort des rheinland-pfälzischen Energieministeriums auf eine Anfrage Nabingers geht hervor, dass bis September 13 solcher Urantransporte durch das Land gingen, im vergangenen Jahr waren es 18. Bereits im Sommer teilte das Ministerium auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass es die Uranzüge nicht verbieten könne, obwohl von dem transportierten Urankonzentrat aufgrund seiner chemischen Eigenschaften ein erhebliches Gefahrenpotenzial ausgehe.

Laut der Umweltschutzorganisation Robin Wood stellen die Transporte eine unnötige Gefährdung der Bevölkerung dar. Jeder Container mit Urankonzentrat sei radioaktiv. Bei einem Aufprallunfall könne radioaktiver Staub frei werden, der, eingeatmet, Lungenkrebs verursachen könne.