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Grüne wollen Flüchtlinge mit Fahrrädern mobil machen

Grüne wollen Flüchtlinge mit Fahrrädern mobil machen

Tausende Flüchtlinge kommen nach Rheinland-Pfalz. Nahezu alle Asylbewerber leben von kleinem Geld, haben weder Führerschein noch einen fahrbaren Untersatz. Die Grünen wollen ihnen Mobilität verschaffen - mit Fahrrädern.

Mainz. Leben die Asylbewerber, die nach Rheinland-Pfalz kommen, auf dem Land, haben sie es schwer, den nächsten Sprachkurs zu erreichen, rechtzeitig in einer Behörde zu erscheinen oder sich mit anderen Flüchtlingen zu treffen. Busse und Bahnen fahren oft unregelmäßig. Die rheinland-pfälzischen Grünen haben daher zu einer Fahrrad-Sammelaktion aufgerufen, an der sich viele Orts- und Kreisverbände beteiligen.
Die Rheinland-Pfälzer werden aufgefordert, sich als "Radgeber" zu engagieren. Wo sie die Zweiräder abgeben können, erfahren sie bei Aktionen der Grünen vor Ort oder bei den entsprechenden Geschäftsstellen der Partei.
"Kleider und Spielzeug werden viel gespendet. Was fehlt, sind Fahrräder", so die grüne Landesvorsitzende Katharina Binz. "Wir wollen Flüchtlinge mobil machen", betonte die Politikerin, die die Kampagne gemeinsam mit Integrationsministerin Irene Alt (Grüne) und dem Grünen-Landeschef Thomas Petry auf dem Mainzer Gartenfeldplatz eröffnete. Alt ergänzte: "Flüchtlinge sollen leichter am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Mit dieser praktischen Aktion wollen wir ein Zeichen für mehr Integration setzen."
Doch was geschieht, wenn es zu Fahrradunfällen kommt? Integrationsministerin Alt nannte eine generelle Haftpflicht für alle Flüchtlinge unrealistisch. Eventuell seien Ausgleichszahlungen im Einzelfall zu prüfen. Landeschefin Binz warnte davor, die Hilfsbereitschaft vieler Menschen durch Diskussionen zu schmälern, die nur wenige Fälle betreffen. Zudem stelle sich die Versicherungsfrage auch in Sportvereinen, die sich intensiv um Flüchtlinge bemühen.
Derweil erklärte die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), es gebe eine große Nachfrage nach dem Landesprogramm zum Bau von Wohnraum für Flüchtlinge. Kommunen können auf diesem Weg günstige zweckgebundene Kommunalkredite erhalten.