Grüner Strom und jede Menge Streit: So läuft die Energiewende im Land

Grüner Strom und jede Menge Streit: So läuft die Energiewende im Land

Wie läuft die rheinland-pfälzische Energiewende? Während das Land im Bundesvergleich hinterherhinkt, ist die Region Trier spitze. Allerdings ist die Windkraftplanung vielerorts Ursache heftigen Streits.

Bis 2030 will Rheinland-Pfalz seinen Strombedarf komplett aus erneuerbaren Energien decken. Mit aktuell nur 23 Prozent ist man von diesem Ziel jedoch noch weit entfernt. In einem Bundesländer-Ranking des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung landet das Land nur auf Platz zehn. In Eifel und Hunsrück hingegen sind die Energie-Ziele zum Greifen nah oder längst übertroffen: Der Eifelkreis Bitburg-Prüm erzeugt bereits 134 Prozent der dort benötigten Elektrizität, der Kreis Trier-Saarburg steht kurz davor, die 100-Prozentmarke zu knacken, und die Vulkaneifel sowie der Kreis Bernkastel-Wittlich liegen bei je 50 Prozent. 1470 Windräder drehen sich im Land, davon 300 im Wald und ein Ende des Ausbaus ist nicht in Sicht. Fast 1000 weitere Räder sind landesweit genehmigt, beantragt oder geplant - ein Viertel davon in der Region. Günther Schartz, Vorsitzender der Planungsgemeinschaft Region Trier, spricht von einer Erfolgsgeschichte. Die Region nehme national wie international eine Spitzenposition ein.

Eine ganz andere Sicht der Dinge hat Uwe Anhäuser, Sprecher des Bündnisses Energiewende für Mensch und Natur. Zum einen zäume man das Pferd von hinten auf. Statt erst Speichermöglichkeiten zu schaffen und Trassen zu bauen, stelle man überall Windräder hin und mache die Landschaft kaputt. Zudem sei es eine Katastrophe, dass die Landesregierung den Kommunen die Planungshoheit übertragen habe. "Energieministerin Lemke hat es geschafft, dass unzählige Gemeinden im Streit auseinanderklaffen. Das war Landfriedensbruch", sagt Anhäuser.

In der Tat gibt es fast überall, wo Windenergieflächen geplant werden, heftige Diskussionen. Gemeinden und Grundstückseigentümer hoffen auf Einnahmen. Dorfbewohner und Naturschützer fürchten den Anblick der Stahlkolosse oder Umweltschäden. Trotz alledem hält Aloysius Söhngen, Vorsitzender des Gemeinde- und Städtebundes, es für richtig, dass die Kommunen selbst planen. Die Menschen vor Ort könnten am besten abschätzen, wo Windkraft sinnvoll ist. "Da werden Betroffene zu Beteiligten", sagt Söhngen. Selbst wenn die Debatten nicht immer einfach seien, so seien sie doch im Sinne der Demokratie.

Kommentar: Immer einen Schritt voraus - Die Region Trier ist Motor der rheinland-pfälzischen Energiewende

Windräder führen zu atmosphärischen Spannungen