Grundstücke in Rheinland-Pfalz werden teurer, in Städten und auf dem Land

Wohnungsmarkt : Häuschen auf dem Land wird immer teurer

Wer ein Grundstück kaufen will, muss in Rheinland-Pfalz tiefer in die Tasche greifen. Das gilt nicht nur für große Städte wie Trier.

Wer vom Eigenheim träumt, sollte in Rheinland-Pfalz möglichst nach Schmißberg ziehen. Denn ein Einfamilienhaus, in dem Bewohner sich auf 147 Quadratmetern Wohnfläche austoben können, kostet in dem 209-Einwohner-Dörfchen im Kreis Birkenfeld durchschnittlich 180 000 Euro. Nirgendwo sonst sind die eigenen vier Wände landesweit günstiger. Die Preise in Mainz, wo das gleiche Haus 690 000 Euro kostet, leeren dagegen so manches Sparkonto auf Generationen.

Welche Lücken zwischen den Immobilienpreisen im Land klaffen, macht alle zwei Jahre der Grundstücksmarktbericht klar. In diesem Jahr wartet das 354 Seiten dicke Werk aber mit einer kleinen Überraschung auf. Denn die Preise beim Wohnen ziehen auch auf Dörfern an – und nicht nur in den Städten.

Innenstaatssekretär Randolf Stich (SPD) spricht bei Grundstücken „von einer höheren Investitionsbereitschaft in ländlichen Regionen“. Die Zahlen geben ihm recht. In den vergangenen beiden Jahren sind in keinem Landkreis die Bodenpreise für unbebautes Wohnland gefallen.

Während die Gutachter den Trend unter anderem auf teuren und knapperen Wohnraum in Ballungsgebieten zurückführen, lässt es Stich auch nicht aus, die Arbeit der Landesregierung zu loben. „Unsere Politik, die Lebensbedingungen auf dem Land zu verbessern, trägt Früchte“, sagt der Innenstaatssekretär und verweist auf den Ausbau des schnellen Internets, den die Regierung weiter vorantreibe. Das führe dazu, dass immer mehr Rheinland-Pfälzer von zu Hause aus arbeiteten, was den ländlichen Raum zum Wohnen attraktiver mache, meint Stich.

Landesweit stiegen die Grundstückspreise in den vergangenen beiden Jahren im Schnitt um 9,5 Prozent an. Am stärksten schnellten die Kosten in der Region Rheinhessen-Nahe mit 14,6 Prozent nach oben, im Raum Trier waren es 4,7 Prozent.

Regional schwanken die Bodenwerte zum Bauen ganz erheblich. Wo im Eifeldorf Zweifelscheid (Eifelkreis Bitburg-Prüm) ein Quadratmeter Boden elf Euro kostet, sind es in Mainz-Laubenheim stolze 780 Euro.

Eine kleine Beispiel-Rechnung: Ein 300 Quadratmeter großes Grundstück, auf dem noch kein Haus steht, kostet in dem Eifelort danach 3300 Euro, in der rheinhessischen Metropole 234 000 Euro.  In der Region liegt Trier bei den Bodenpreisen an der Spitze. 265 Euro kostet in der Stadt durchschnittlich der unbebaute Quadratmeter, das Einfamilienhaus liegt bei 530 000 Euro. In Gillenfeld (Vulkaneifelkreis) kostet der Quadratmeter Boden dagegen 45 Euro, das Einfamilienhaus 235 000 Euro.

Geht es nach dem Gutachter-Bericht, wollen in der Region weiter viele Luxemburger bauen. Kein Wunder: Wo eine 90-Quadratmeter-Wohnung in den Gemeinden an der Grenze bis zu 450 000 Euro kosten kann, kommt man selbst in Trier mit 252 000 Euro günstiger davon.

Doch nicht nur beim Wohnen ziehen die Preise massiv an. Beim Gewerbebauland müssen Käufer in Rheinhessen-Nahe fast 30 Prozent mehr bezahlen als noch vor zwei Jahren, in der Region Trier vergleichsweise verdauliche 3,1 Prozent.

In den Weinbaugebieten stiegen die Kosten pro Quadratmeter Bodenfläche im Raum Trier dagegen landesweit um fast 15 Prozent und damit am heftigsten an.

Antonia Fitting vom Gutachter-Ausschuss führt das auf Spekulanten zurück. „Investoren und große, ortsfremde Firmen legen sich solche Grundstücke mittlerweile zu und sehen sie als Kapitalanlage“, sagt sie.

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