Gute Nachricht zum Schulstart: Kleinere Klassen für die Jüngsten

Gute Nachricht zum Schulstart: Kleinere Klassen für die Jüngsten

Im Zeichen zurückgehender Schülerzahlen beginnt am Montag das Schuljahr 2011/12. Zwei Prozent weniger Schüler in Rheinland-Pfalz, drei Prozent weniger Einschulungen: Das Land nutzt den beginnenden Schrumpfungs-Prozess für den Einstieg in eine Verkleinerung der Klassen.

Trier/Mainz. Besondere Auswirkungen hat die Umstellung für die Schulanfänger in den 157 Grundschulen der Region. Statt 30 dürfen im Normalfall künftig nur noch höchstens 24 Kinder in einer Klasse unterrichtet werden. Weil diese Regelung dauerhaft gilt, werden in vier Jahren alle Grundschüler von den kleineren Klassen profitieren, die von Pädagogen schon lange gefordert wurden. Das Bildungsministerium will die abgesenkten Klassenmesszahlen im Rahmen eines mehrjährigen Stufenplans auch in der Orientierungsstufe (Klasse 5/6) aller Schularten einführen.
In ländlichen Regionen führt der Schüler-Rückgang zu einem zunehmendem Comeback der Zwergschule. An 31 Grundschulen der Region - die meisten im Kreis Bernkastel-Wittlich - werden Schüler in "Kombi-Klassen" unterrichtet, will heißen: Wie in der Nachkriegszeit gehen verschiedene Altersstufen in eine Klasse. Aber selbst damit erreichen manche Klassen gerade mal 11 oder 15 Schüler. Ob sich das auf Dauer hält, ist zweifelhaft.
So gut wie abgeschlossen ist die Umstellung auf die Realschule-plus. 21 dieser neuen Schulen ersetzen im ehemaligen Regierungsbezirk Trier die bisherigen Haupt- und Realschulen. Eine Ausnahme bilden nur die Schulen in privater, meist kirchlicher Trägerschaft, die oft die alten Schulformen beibehalten haben.
Die Aufregung um die Vertretungslehrer scheint sich in letzter Minute gelegt zu haben. Selbst der kritische Realschullehrer-Verband VDR räumt ein, es sei der Landesregierung "halbwegs gelungen", den Unterrichtsausfall im Rahmen der letzten Jahre zu halten. Allerdings kritisiert der VDR wie auch viele Schulleiter von Grund- und Realschulen, die späten Personalzuweisungen und die verzögerte Mittelfreigabe hätten die Planung für das neue Schuljahr "unnötig behindert".
Das Ministerium führt hingegen die Kurzfristigkeit auf den frühen Schuljahresbeginn zurück, der mit bundesweiten Einstellungsfristen kollidiert sei.

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