Gute Nachrichten für Pendler: Mehr Busse und Züge in der Region

Kostenpflichtiger Inhalt: Nahverkehr : Gute Nachrichten für Pendler: Mehr Busse und Züge in der Region

In der Eifel, rund um Trier und an der Mosel gibt’s bald neue Linien, doch die Weststrecke macht erhebliche Probleme. Im Nahverkehr könnte es zu einer „Revolution“ kommen.

Der Trierer Verkehrsforscher Heiner Monheim rechnet in der Region mit mehr Buslinien und günstigeren Fahrten, wenn der Nahverkehr zur kommunalen Pflichtaufgabe wird. „Das wäre eine Revolution, die schnell zu einer echten Verkehrswende in Rheinland-Pfalz führen kann“, sagt Monheim zu entsprechenden Gedankenspielen des Verkehrsministeriums in Mainz, das momentan das Nahverkehrsgesetz überarbeitet und noch keine abschließende Entscheidung getroffen hat.

Bislang gehört der öffentliche Nahverkehr – mit Ausnahme der Beförderung von Schülern – zu den freiwilligen Aufgaben von Kommunen, an denen sie sparen müssen. „Weil Städte, Kreise und Gemeinden kaum in den Nahverkehr investieren dürfen, ist er in Rheinland-Pfalz so schlecht“, sagt Monheim. Geht es nach dem Trierer, muss auch deutlich mehr Landesgeld in den Nahverkehr fließen. Abgehängte Dörfer an den Rändern des Raums Trier hätten dann unter anderem die Chance, Rufbus-Systeme zu errichten.

Auch der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe spricht von einer Chance, den Nahverkehr attraktiver zu machen und neue Angebote zu schaffen. Der SPD-Politiker regt ein 365-Euro-Ticket an, das es Bürgern ermögliche, im Jahr für rechnerisch je einen Euro pro Tag das öffentliche Nahverkehrsangebot in Trier zu nutzen. Unabhängig davon soll der Nahverkehr schon bald deutlich verbessert werden.

In der Eifel, rund um Trier und an der Mosel  soll es mehr Busverbindungen gebe und das schon ab September etwa in Trier-Land, an der Mosel und an der Mittelmosel. In der Südeifel starten die neuen Buslinien im Dezember. Die Busse sollen dann im Stundentakt alle größeren Orte miteinander verbinden. Außerdem soll es erstmals auch grenzüberschreitenden Linienverkehr nach Luxemburg geben. Künftig fahren sogenannte Regio-Busse bis nach Echternach.

Auch auf der Schiene wird es Verbesserungen geben. Auf der Saarstrecke von Trier nach Saarbrücken werden ab Dezember neue Nahverkehrszüge fahren, am Fahrplan wird sich dort kaum etwas ändern,  wurde gestern auf der Versammlung des für den Schienennahverkehr zuständigen Zweckverband SPNV Nord in Koblenz bekanntgegeben.

Zwar startet im Dezember eine neue Bahnlinie nach Luxemburg von Wittlich über Trier. Eigentlich sollte diese aber über die Trierer-Weststrecke und damit am Hauptbahnhof Trier vorbeiführen. Doch Probleme bei der Planfeststellung und bei der Fertigstellung von Haltepunkten verzögern das Projekt.

SPNV-Nord-Direktor Thorsten Müller geht davon aus, dass vor 2023 keine Personenzüge auf der Weststrecke fahren werden. Er gibt der Bahn die Schuld für die Verzögerung.

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