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Hahn: 2014 rund 17 Millionen Miese

Hahn: 2014 rund 17 Millionen Miese

Der Flughafen Hahn wird in diesem Jahr ungefähr 16 bis 17 Millionen Euro Miese machen. Das teilte Aufsichtsratschef Salvatore Barbaro (SPD) nach einer internen Sitzung auf Anfrage der Rhein-Zeitung mit. Damit ist der Verlust der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH (FFHG) etwa 5 bis 6 Millionen niedriger als ursprünglich geplant.

In den 5 bis 6 Millionen Euro sind allerdings 2,5 Millionen Euro enthalten, die witterungsbedingt eingespart wurden. Aufgrund des milden Winter fielen beispielsweise Kosten für die Enteisung von Flugzeugen und Landebahn weg.

Im Jahr 2013 liegt der Fehlbetrag der FFHG bei 10,7 Millionen Euro, im Wirtschaftsplan war das Minus zuvor mit rund 13,3 Millionen Euro beziffert worden. Der Flughafen wird 2014 folglich noch deutlich tiefer in die roten Zahlen rutschen. Das liegt unter anderem daran, dass die Bilanz in diesem Jahr nicht durch Sondereffekte aufgehübscht wurde. Dazu zählt der Verkauf des Tafelsilbers - wozu beispielsweise Grundstücke gehören, die nicht für den Flugbetrieb nötig sind.

Weiteres Thema im Aufsichtsrat: die Neuausschreibung der Passagierabfertigung. Bis zum 25. Juli können Angebote abgeben werden. Angeblich soll es bislang vier ernsthafte Bewerber geben. Die Passagierabfertigung wird derzeit von der Serve & Smile Dienstleistungs GmbH (SSD) abgewickelt. Der aktuelle Vertrag mit dem Unternehmen hatte Schlagzeilen gemacht, da er angeblich seit Jahren exorbitante Gewinne abwirft, während der Flughafen immer stärker in die Miesen geriet und vom Steuerzahler mit zweistelligen Millionensummen gestützt werden musste. In dem SSD-Komplex ermittelt die Koblenzer Staatsanwaltschaft inzwischen wegen Untreue. Das Verfahren wird sich nach Informationen der Rhein-Zeitung noch mindestens bis zum Herbst hinziehen. Es könnte sogar noch länger dauern.

Derweil wurde nach dem Rauswurf von Prokurist Stefan Maxeiner, gegen den wegen Untreue ermittelt wird, vom Aufsichtsrat ein Nachfolger ernannt. Neben Finanzchef Bernd Müller, den die Staatsanwaltschaft ebenfalls im Visier hat, ist jetzt auch Daniel Tiator, der Leiter der Bodenverkehrsdienste, Prokurist. Markus Bunk ist zugleich nach dem Ausscheiden von Heinz Rethage nun offiziell alleiniger Geschäftsführer der FFHG. Um problematische Alleingänge zu verhindern, wird in der Flughafengesellschaft das Vier-Augen-Prinzip verankert. Niemand kann ohne eine zweite Unterschrift wichtige Weichen stellen.