Hahn: Abwasser ist Fall für Justiz

Hahn: Abwasser ist Fall für Justiz

ENKIRCH. (sim) Die Staatsanwaltschaft Trier ermittelt derzeit aufgrund einer Anzeige eines Enkircher Bürgers wegen Verunreinigung des Waschbaches. Das Brisante: Der Verursacher ist der Flughafen Frankfurt-Hahn, der mit Genehmigung der Regionalstelle Wasserwirtschaft der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Trier, am 10. März größere Mengen Oberflächenwasser der Start- und Landebahn in den Waschbach geleitet hatte.

Dieser Bach mündet in den Ahringsbach, aus dem die Gemeinde Enkirch (1800 Einwohner) zum Teil ihr Trinkwasser bezieht. Vor knapp zwei Wochen war ein Regenrückhaltebecken des Flughafens übergelaufen. Das Abwasser hatte einen CSB-Wert (Verschmutzungsgrad) von 132 mg/Liter. Der zulässige Grenzwert liegt aber bei 50 mg/Liter. Bereits Anfang Dezember vergangenen Jahres hatte eine milchige Trübung des Waschbaches die Enkircher in Aufregung versetzt. Auch damals war das Regenrückhaltebecken übergelaufen und auch damals hatte die SGD Nord eine "kontrollierte Einleitung" des verschmutzten Wassers in den Bach genehmigt. In der kommenden Woche werden der Gemeinderat Enkirch und der Verbandsgemeinderat Traben-Trarbach erneut über das Abwasserproblem diskutieren. Dabei geht es vor allem um die Klärung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit wegen der Störfälle.

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