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Hahn-Aufsichtsrat entscheidet über Flughafenchef Heinz Rethage

Hahn-Aufsichtsrat entscheidet über Flughafenchef Heinz Rethage

Der Aufsichtsrat des Flughafens Hahn entscheidet am Mittwoch in einer Sondersitzung, ob er am streitbaren Geschäftsführer Heinz Rethage festhält. Die IHK Trier fordert, der Geschäftsführung den Rücken zu stärken.

Mainz/Trier. Im Februar 2013 hat Heinz Rethage (64) seinen Posten als Sanierer des krisengeplagten Flughafens Hahn angetreten. Ende des Jahres läuft sein Vertrag aus. Wird Rethage aufgrund diverser Vorwürfe gegen ihn - so ermittelt die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach wegen des Verdachts der Behinderung des Betriebsrates - vorzeitig abgelöst oder kann er diese entkräften? Darüber diskutiert am Mittwoch im Mainzer Innenministerium der Aufsichtsrat.
Vor dieser wichtigen Sitzung meldet sich die Industrie- und Handelskammer Trier zu Wort. IHK-Präsident Peter Adrian plädiert dafür, Rethage "in Ruhe weiterarbeiten zu lassen". Wer einen Geschäftsführer in schwieriger Zeit installiere, müsse auch damit rechnen, dass Probleme auftauchen, und eine "Toleranzschwelle für den Erfolg" einräumen, argumentiert Adrian. Es sei angebracht, Rethage "ergebnisorientiert zu beurteilen".
Ein offenes Geheimnis ist das gestörte Vertrauensverhältnis zwischen Rethage und Aufsichtsratschef Salvatore Barbaro (SPD). Landtagspräsident Joachim Mertes (SPD) hat offen für eine Entlassung Rethages geworben. Aus dem Lager der mitregierenden Grünen heißt es, der Sanierungskurs müsse unbedingt fortgesetzt werden. IHK-Präsident Adrian sähe einen Wechsel eines Geschäftsführers "eher als Signal dafür an, dass man an der Strategie nicht festhalten will".
Unterdessen stabilisiert sich nach Informationen dieser Zeitung trotz sinkender Passagier- und Frachtzahlen die geschäftliche Lage des Flughafens. Bis Ende März flogen nur noch 403 000 Fluggäste vom Hahn, 29 000 weniger als im Vorjahr. Das Frachtaufkommen sank um mehr als ein Drittel auf 29 500 Tonnen.
Laut einer dem Volksfreund vorliegenden Gewinn- und Verlustrechnung von Januar bis März fällt das Ergebnis dennoch um 1,375 Millionen Euro besser aus als prognostiziert. Im ersten Quartal ist ein Verlust von 5,375 Millionen Euro entstanden. Kalkuliert worden war mit einem Minus von 6,75 Millionen Euro.
Das verbesserte Ergebnis ist vor allem auf niedrigere Materialkosten aufgrund des milden Winters sowie auf leicht höhere Parkeinnahmen zurückzuführen.Extra

Der frühere Hahn-Geschäftsführer Jörg Schumacher, 54, ist seit vergangenem Herbst Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der neu gegründeten Hahn Luftfracht GmbH auf dem Flughafen Hahn. Schumacher war als Hahn-Chef durch Heinz Rethage abgelöst worden. wie