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Hahn in Turbulenzen: Aufsichtsratschef geht

Hahn in Turbulenzen: Aufsichtsratschef geht

Wirbel um den Flughafen Hahn: Jochen Langen, Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, hat sein Amt aufgegeben. Das Innenministerium hat den überraschenden Rücktritt gestern Nachmittag bestätigt.

Mainz. Der Rücktritt von Jochen Langen als Aufsichtsratschef der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH fällt in eine heikle Phase. Denn dieser Tage laufen erneut Verhandlungen über das finanzielle Engagement zusätzlicher Firmen. Seit geraumer Zeit wird händeringend nach Investoren für den defizitären Hunsrück-Flughafen gesucht. Die Landesregierung will den Hahn von öffentlichen Subventionen unabhängig machen. Das ist vor allem den Grünen ein Anliegen. Langen, früherer Leiter der Zentralabteilung im Wirtschaftsministerium, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Pikant: Der zurückgetretene Aufsichtsratschef ist CDU-Mitglied. Sein verantwortungsvolles Amt hatte er seit 2009 und davor schon einmal in den 1990er Jahren inne. Die CDU-Landtagsfraktion geht davon aus, dass interne Querelen Auslöser seines Ausscheidens sind. "Es kracht hinter den Kulissen", sagte Alexander Licht, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, unserer Zeitung. Seiner Einschätzung nach herrscht am Hahn große Unsicherheit, was den künftigen Kurs angeht. "Es gibt ein Kompetenzgerangel zwischen Wirtschafts- und Infrastrukturministerium", so Licht. Innen- und Wirtschaftsministerium bestreiten Irritationen in der Zusammenarbeit beider Häuser. "Es gibt kein Kompetenzgerangel, sondern viele gemeinsame Gespräche", sagte Wirtschaftsministerin Eveline Lemke. Die Grüne weist zudem Vorwürfe zurück, Firmen am Hahn hätten sich in jüngster Zeit vergeblich um Termine in ihrem Haus bemüht. Lemke: "Jeder bekommt einen Termin - in dringenden Fällen sogar kurzfristig."Die neuere Geschichte des Hahn weist viele Unwägbarkeiten auf. Der Flughafen schrieb 2010 einen Verlust von knapp elf Millionen Euro. Die irische Fluggesellschaft Ryanair will weitere Strecken streichen. Zudem prüft die EU-Kommission die Rechtmäßigkeit staatlicher Beihilfen. DB