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Hahn-Interessent legt eine Pause ein, Flughafen-Bewerbung ist aber nicht gefährdet

Hahn-Interessent legt eine Pause ein, Flughafen-Bewerbung ist aber nicht gefährdet

Bis zum 1. September müssen potenzielle Käufer des Flughafens Hahn ein Wirtschaftskonzept abgeben. Großes Interesse zeigt das pfälzisch-chinesische Unternehmen ADC, bei dem Geschäftsführer Siegfried Englert aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten will.

Wenn ein Mann der ADC ein Gesicht und eine Stimme verleiht, dann ist es Siegfried Englert. Der einstige Wirtschaftsstaatssekretär arbeitet als Geschäftsführer für das pfälzisch-chinesische Unternehmen, das den Flughafen Hahn kaufen will. In den kommenden zwei Monaten fällt Englert in dieser Funktion aber aus. "Das hat gesundheitliche Gründe, ist für die Bewerbung aber kein Problem, weil wir genügend qualifizierte Leute haben", sagt er. Mit der HNA stehe der ADC weiterhin die größte private Fluggesellschaft Chinas als Partner an der Seite. Diese sei "ganz wild" auf den Hahn, bekräftigt Englert.

Bis zum 1. September müssen potenzielle Hahn-Käufer ein detailliertes Konzept vorlegen. Beworben hat sich auch Rainer Weinand aus Maring-Noviand. Der 52-Jährige will auf dem Gelände einen Energiepark bauen. Fünf Euro habe er dem Land geboten, bislang aber keine Rückmeldung erhalten.
Spekuliert wird, dass zu den weiteren Bietern eine Gruppe um Ex-Flughafenchef Jörg Schumacher gehört, gegen den die Staatsanwaltschaft zuletzt Anklage wegen Untreue erhoben hat. Auch der Name des holländischen Investors Frans Migo fällt - er plant bei Bad Kreuznach den Bau einer 380 Millionen Euro teuren Krebsklinik.

Derweil fliegen vom Hahn wieder mehr Passagiere. 1,251 Millionen Fluggäste nutzten den Flughafen von Januar bis Juni, teilte eine Sprecherin mit. Das waren 2,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Rückläufig bleibt das Frachtaufkommen: Über den Hahn wurden in den ersten sechs Monaten rund 32 000 Tonnen Güter abgewickelt. Das waren 23,3 Prozent weniger als 2015.