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Hauptzeuge belastet Angeklagten im Lolita-Brieger-Prozess schwer

Hauptzeuge belastet Angeklagten im Lolita-Brieger-Prozess schwer

Ein ehemaliger Landwirtschaftshelfer aus der Eifel hat den Angeklagten im Mordprozess Lolita Brieger schwer belastet. Demnach hat Josef K. direkt nach der Tat zugegeben, seine Ex-Freundin erwürgt zu haben.

Trier. Der Hauptbelastungszeuge half nach eigenen Angaben im November 1982 seinem Freund dabei, die in Folie eingewickelte Leiche der 18-jährigen Lolita Brieger zur damaligen Mülldeponie Frauenkron (Kreis Euskirchen) zu bringen. Dort wurden die sterblichen Überreste erst im vergangenen Herbst entdeckt, nachdem der Zeuge den Trierer Mordermittlern zuvor den entscheidenden Hinweis gegeben hatte. Der 51-Jährige selbst kann für die Mithilfe bei der Beseitigung der Leiche nicht mehr belangt werden, weil die Straftat verjährt ist.
Warum der ehemalige Kumpel des Angeklagten sich erst vor kurzem offenbart hatte, blieb am gestrigen dritten Verhandlungstag offen. Das gehe niemanden etwas an, sagte der 51-jährige gelernte Dachdecker.
Er bestätigte, was zuvor auch Mutter und Schwester der Getöteten gesagt hatten: Der Vater des Angeklagten sei vehement gegen die Beziehung seines Sohnes mit Lolita Brieger gewesen. "Er wollte nicht, dass sie sich ins gemachte Nest setzt." Sie habe ja auch nichts an den Füßen, soll der Senior über die nicht gerade aus begüterten Verhältnissen stammende junge Frau gesagt haben.
Laut Staatsanwalt Eric Samel soll Josef K. seine von ihm im fünften Monat schwangere Freundin am 4. November 1982 erdrosselt haben. Zwei Tage danach will der Hauptbelastungszeuge seinem Freund dabei geholfen haben, die Leiche auf die Deponie zu bringen.
Eine Version, die gestern nicht alle Prozessbeteiligten zufriedenstellte. "Sie wissen einiges mehr und mauern", sagte der Dauner Rechtsanwalt Hans-Josef Ewertz, der in dem Prozess die Brieger-Angehörigen vertritt. Ähnlich äußerte sich auch der Verteidiger des Angeklagten, Heinz Neuhaus. "Waren Sie an der Tatplanung oder der Ausführung beteiligt?", wollte der Bitburger Anwalt vom Hauptbelastungszeugen wissen. Der Attackierte reagierte empört.
Der Prozess wird morgen fortgesetzt. Das Urteil soll frühestens Anfang Mai fallen.