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Haushaltsreden: So schlugen sich die Fraktionschefs

Rheinland-Pfalz : Kurzkritiken vom TV: So schlugen sich die Fraktionschefs beim Haushaltsmarathon im Landtag

Fünf Stunden lang redeten die rheinland-pfälzischen Fraktionschefs über den Doppelhaushalt 2019/20. Wie schlugen sie sich? Eine Analyse des TV.

Christian Baldauf (CDU): Oft dafür kritisiert, inhaltlich kaum zu glänzen, überrascht der Pfälzer mit der Forderung, Straßenausbaubeiträge für Anwohner abzuschaffen. Mit süffisanter Kritik zum Twitterportal der Staatskanzlei bringt Bal­dauf selbst Malu Dreyer zum Lachen. Einzige Schwäche: Er prangert zu wenig Polizisten und Lehrer an, liefert aber keine konkrete Lösung der CDU-Fraktion.

Alexander Schweitzer (SPD): Der Pfälzer meistert den Spagat, neben Finanzministerin Ahnen und Ministerpräsidentin Dreyer einen SPD-Akzent zu setzen. Er improvisiert und kontert Baldauf humorvoll – wie mit Twitter-Lektionen. Als der CDU-Mann fragt, ob Schweitzer neidisch wegen des Straßenvorschlags sei, meint der trocken: „Ich hoffe, ich komme nie in die Situation, auf die CDU-Fraktion im Land neidisch sein zu müssen.“ Ein Rededuell erster Klasse!

Uwe Junge (AfD): Junge hat schon selbstbewusstere, pointiertere, angriffslustigere Reden gehalten. Der AfD-Mann fokussiert sich auf Integrationspolitik, wiederholt oft nur bekannte Phrasen. Selbst der Applaus aus den eigenen Reihen fällt wenig leidenschaftlich aus. Neue Angriffe setzt er bei der Genderpolitik des Landes.

Cornelia Willius-Senzer (FDP): Ausgerechnet die FDP-Politikerin – Jahrgang 1943 – hält die flammendste Rede für Digitalisierung. Bonmot: „Der nächste Bill Gates und Steve Jobs sollen aus Rheinland-Pfalz kommen.“ Zu kurz kommt in ihrer Rede die liberale Handschrift in der Koalition.

Bernhard Braun (Grüne): Braun beschränkt sich fast nur auf die grüne Handschrift, was eigenen Anhängern gefallen dürfte. Er lobt Mittel für Klimaschutz, Jugendliche, Familien. Fraglos wichtige Felder – leider betet er diese zu oft nur runter, ohne in die Tiefe zu gehen.