Helau nach Hessen!

Streit um den Finanzausgleich: Die FDP im Nachbarland Hessen will doch glatt Rheinland-Pfalz auflösen - das stößt in Mainz nicht wirklich auf Begeisterung. Mehr dazu in diesem (närrischen) Beitrag.

Stellen wir uns einmal einen Augenblick lang vor, es gäbe das Land Rheinland-Pfalz nicht. Der Steuerzahler müsste dann keine Gehälter und Pensionen von Ministerpräsidentinnen, Ministern, Staatsekretären, Beamten und Angestellten zahlen. Die des Landtagspräsidenten und seiner Verwaltungsmitarbeiter ebenfalls nicht. Die 101 Abgeordneten des Landtags wären überflüssig. Ihre Diäten fielen weg, und die Umwelt würde geschont, weil es keine wöchentlichen Fahrten nach Mainz mehr gäbe und die Luft nicht durch Autoabgase verpestet würde. Keiner müsste mehr Gesetzentwürfe auf ihre Sinnhaftigkeit prüfen, niemand mehr Ausschüsse und Plenarsitzungen besuchen. Alles weg.

Sie glauben an einen Scherz? Der hessische FDP-Fraktionschef Wolfgang Greilich hat die Nase voll vom Nachbarn Rheinland-Pfalz, der sich seiner Ansicht nach auf Kosten Hessens im Länderfinanzausgleich die Taschen vollstopft. Immerhin könnten sich die Hessen wegen der Transferzahlungen an seinen Nachbarn viele schöne Dinge, wie beispielsweise kostenlose Kita-Plätze, nicht leisten. Die Lösungsidee der FDP: Schwupps, das Bundesland auflösen, das Saarland gleich mit, und alles den Hessen zuschlagen. Das schlägt Herr Greulich, pardon, Greilich, allen Ernstes vor.

Solche Töne von der anderen Rheinseite rufen in Mainz Missfallen hervor. "Ahnungslos und durchgeknallt" sei dieser Politiker, zürnt SPD-Chef Roger Lewentz. Eine FDP, in der Spitzenleute "solchen Humbug nicht nur denken, sondern auch laut aussprechen, kann vermutlich nicht mehr tiefer sinken". Lewentz hätte sich das schenken können. Auf solche Schnapsideen gibt es in der närrischen Zeit nur eine passende Antwort: Helau nach Hessen!