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Herbstferien: Pauken statt vergessen

Herbstferien: Pauken statt vergessen

MAINZ. Sechs Wochen nach Schulbeginn winken bereits Herbstferien: Für die Landes-CDU ist dies zuviel. Sie will bei so kurzen Abständen nur noch eine Woche Ferien und die restlichen Tage an Weihnachten oder Ostern abfeiern.

"Pädagogisch unsinnig" ist es aus Sicht der CDU-Landtagsfraktion, wenn kurz nach Schuljahresbeginn bereits wieder Ferien vor der Tür stehen. Kaum haben die Schüler ihren Lernrhythmus gefunden und bereiten sich auf erste Klassenarbeiten vor, werden sie durch zweiwöchige Freizeit wieder aus dem Schulalltag gerissen - bemängelt CDU-Bildungsexperte Josef Keller. So werde vieles gleich wieder vergessen. Keller forderte das Bildungsministerium auf, eine Umfrage unter Lehrern, Eltern und Schülervertretern über die Aufteilung der Ferien zu organisieren. Vor eineinhalb Jahren hatte bereits der Landeselternbeirat eine Umfrage unter den Schulelternbeiräten gestartet, weil immer mehr Eltern Gefallen an Winterferien rund um Fastnacht, Frühlingsferien an Pfingsten oder schlicht längeren Ferien an Weihnachten finden. Doch für keines der vier Alternativmodelle gab es am Ende sonderlich große Zustimmung. 45 Prozent votierten für die Beibehaltung der Ferienregelung. Weil die Eltern größtenteils die Ferien belassen wollten, wie sie derzeit fielen, gebe es keinen Grund, etwas zu ändern, sagt LEB-Landesvorsitzender Dieter Dornbusch über den CDU-Vorstoß im Gespräch mit dem TV. Viele nutzen nach seiner Erfahrung inzwischen die Herbstferien als Alternative zum teuren Sommerurlaub. Alle Argumente für oder gegen eine neue Ferienregelung seien vor einem Jahr genug gedreht und gewendet worden, meint Dornbusch."Ferien keine Frage des Tourismus"

Ferien sind nach Meinung des früheren Lehrers Keller jedoch eine pädagogische Angelegenheit und keine Frage des Tourismus. Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) hatte bereits im Frühjahr 2005 gegen eine Aufteilung der Herbstferien plädiert, weil Winterferien nur einer begrenzten Zahl von Familien beim Skifahren nützten. Kinder, die bei oft schlechtem Wetter jedoch zu Hause blieben, könnten sich kaum im Freien aufhalten. Neue einwöchige Schulferien sorgten zudem nur eingeschränkt für Erholung. Einen neuen Vorstoß will die CDU auch für ein gesetzliches Rauchverbot an Schulen unternehmen. Auch wenn ein Rauchverbot in ein umfassendes Vorsorge- und Aufklärungskonzept eingebunden sein müsse, habe es doch eine Signalwirkung, argumentierte CDU-Fraktionschef Christian Baldauf und verwies auf den Erziehungsauftrag der Schule. Bestätigt sieht sich Baldauf durch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), die mehrfach für ein Rauchverbot per Gesetz plädiert hatte. Wer wie Ahnen auf freiwillige Regelungen setzt, kommt laut Baldauf mit dieser "weichen" Haltung nicht ans Ziel. Erfahrungen mit einem Verbot in Hamburg zeigten, dass es gewissen Druck brauche.