Hilfe hat ein Gesicht

Miriam Schmitz weiß nicht, wie lange es heute noch dauern wird. In den letzten paar Wochen weiß sie es selten: "Aber im Moment ist ja auch eine Ausnahmesituation."

" Die 28-Jährige arbeitet seit 2006 im Multikulturellen Zentrum in Trier. Damals war sie noch in der Endphase der Schule, heute arbeitet sie als Psychologin in der Villa Kunterbunt. Und nach der Arbeit geht es ab ins Multikulti-Zentrum. Momentan drei- bis viermal die Woche.
Selten weniger als drei Stunden am Tag.

Sie sitzt inmitten von bunten Tüten, die prall gefüllt mit Spenden sind. Gemeinsam mit anderen ehrenamtlichen Helfern wird sie Spielsachen und Kleider noch nach unserem Gespräch sortieren. Als Vorstandsmitglied des Zentrums verwaltet sie die Mails, organisiert Projekte und macht Buchhaltung. "Wenn es die Zeit hergibt, dann unterrichte ich auch sehr gerne Deutsch."

Von 17 bis 19 Uhr wird von Montag bis Freitag Sprachunterricht mit drei verschiedenen Niveaustufen im Zentrum angeboten. 50 bis 60 Schüler lernen dort jeden Tag die deutsche Sprache. "Unsere Kurse sind seit zwei bis drei Monaten deutlich mehr gefüllt." Der Unterricht sei ein zentraler Teil der Zentrumsarbeit. "Die Sprache ist wichtig für die Menschen, um in der Gesellschaft bestehen können."

Seit der Trierische Volksfreund darüber berichtet hat, dass es Flüchtlinge gab, die draußen schlafen mussten, habe sie deutlich mehr Anfragen zum Helfen erhalten. Auf die Frage nach ihrer Motivation findet sie schnell drei Antworten: "Ich bin der Meinung, dass bei Menschen mit verschiedenen Merkmalen keine Unterschiede gemacht werden dürfen. Ich finde, dass Menschen mit schwierigeren Startbedingungen in der Gesellschaft unterstützt werden sollten. Ich möchte einen Gegenpol zu den rechtspopulistischen Bewegungen setzen."

Wer das Zentrum unterstützen oder spenden möchte: Multikulturelles Zentrum Trier, Balduinstraße 6, Telefon 0651/48497.