Hilfe hat ein Gesicht

Monika Busdiecker verlässt die Bibliothek selten, ohne drei neue Bücher in den Händen zu halten. Sprache ist ein wichtiger Teil ihres Lebens.

Die Leidenschaft gibt die 69-Jährige nun an Flüchtlinge weiter. In Wittlich. Zweimal in der Woche arbeitet sie für das Mehrgenerationenhaus. Busdiecker bringt Asylbewerbern aus Eritrea, Äthiopien oder Syrien die deutsche Sprache bei. Erfahrung bringt sie mit. Lange hat die Rentnerin als Lesepatin gearbeitet - in Grundschulen, die viele Kinder mit einem Migrationshintergrund besuchen. Als sie im Fernsehen die Bilder von flüchtenden Menschen sah, meldete sie sich als Sprachlehrerin. Sie sagt: "Ich konnte die Hilflosigkeit nicht ertragen und wollte etwas machen. Wir leben in Deutschland im Paradies, haben ein schönes Leben. Davon wollte ich etwas zurückgeben."

Bei den Flüchtlingen, mit denen Busdiecker arbeitet, ist sie beliebt. Ihren Nachnamen können sie häufig nicht aussprechen. Zu kompliziert. Die 69-Jährige gibt sich daher zufrieden, wenn sie "Frau Monika" genannt wird. Über Schulbücher übt "Frau Monika" mit ihren Schülern, sie unterhält sich mit ihnen auf Englisch oder auch mal in Zeichensprache. Doch mit der Zeit stellen sich immer Erfolge ein, wie Busdiecker erzählt. "Einige von meinen Jungs haben schon einen Platz an der Berufsbildenden Schule bekommen, weil sie den Sprachtest bestanden haben. Das ist wunderschön."

Zugleich steigen aber die Anforderungen, da immer mehr Flüchtlinge zu betreuen sind. Gerade Spenden für Lehrmittel, CD-Spieler und MP3-Player werden so dringend benötigt. So wie auch weitere Helfer. Monika Busdiecker bereut es nicht, sich als Sprachlehrerin gemeldet zu haben. "Ich bekomme viel zurück", sagt sie. Häufig erhalte sie SMS auf ihr Smartphone, in denen ihr die Flüchtlinge schreiben. Was sie schreiben? "Danke, Frau Monika."

Das Mehrgenerationenhaus Wittlich sucht Unterstützer. Die melden sich unter Telefon 06571/2110. Das Spendenkonto: Kinderschutzbund Wittlich, IBAN: DE43587512300060289410, BIC: MALADE51BKS