Hilfe hat ein Gesicht

Gunda Gercke-Stolzenbach (64) aus Holsthum (Eifelkreis Bitburg-Prüm) ist seit fünf Jahren Integrationsbeauftragte für die Verbandsgemeinde Südeifel, im Bereich der früheren VG Irrel. Die pensionierte Lehrerin engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich für Asylsuchende.

Anfang der 1990er Jahre hat sie im Eifelkreis den Arbeitskreis Asyl gegründet. "Daher ist mir Flüchtlingsarbeit nicht fremd", sagt sie. "Ich bin selbst ein Kind von Flüchtlingen. Meine Eltern sind im März 1945 aus dem Memelland geflohen." Bis vor neun Monaten hat sie in ihrem Bezirk im Durchschnitt 17 Ausländer betreut, doch seit dem Winter sind es zwischen 60 und 70 Flüchtlinge. Die 64-Jährige spricht englisch, französisch und auch ein bisschen türkisch, doch damit komme sie im Augenblick nicht weit. Im Zweifelsfall helfe ihr ein Dolmetscher bei der Verständigung. Gunda Gercke-Stolzenbach fährt Flüchtlingsunterkünfte an und nimmt dort Kontakt zu den Menschen auf. "Es geht um Alltagssachen, die die Flüchtlinge nicht alleine bewältigen können", sagt sie. Also: Wie komme ich zum Arzt? Welche Schule soll mein Kind besuchen? Wo kann ich einkaufen? Um den Menschen vor Ort zu helfen, hat Gercke-Stolzenbach einen Helferkreis gegründet. Die Mitglieder übernehmen Patenschaften und können sich so individuell um eine Familie oder Einzelne kümmern. Sie ist überzeugt, dass die Integration in den Dörfern gut funktioniert. "Es werden sich dort keine Parallelgesellschaften bilden." Flüchtlinge, die dort untergebracht wurden, bestärken sie in dieser Einschätzung. Zum Beispiel ein junges Paar, das froh ist, endlich wieder in Ruhe schlafen zu können - ohne Angst, dass ein Molotowcocktail durch die Scheibe fliegt. Stefanie Glandien Wer Interesse hat, bei der Integration von Flüchtlingen zu helfen, kann sich bei Gunda Gercke-Stolzenbach melden. Außerdem werden aktuell vor allem Gefrierschränke, Staubsauger und Fernseher mit Receiver gebraucht. E-Mail: gunda.gercke@yahoo.de