Hilfe hat ein Gesicht

Das Engagement von Renate Jegen-Kisgen aus Gönnersdorf hat sich fast zum Vollzeitjob ausgeweitet. Montags Café Asyl, dienstags Kleiderbörse, donnerstags Tafel – dazu kommen Fahrdienste, um den Flüchtlingen aus den Dörfern der Vulkaneifel die Möglichkeit zu geben, am gesellschaftlichen Leben in den Städten teilzunehmen.

Im Café Asyl in Daun, zu dem Jegen-Kisgen immer so viele Flüchtlinge wie möglich aus ihrer Nachbarschaft mitnimmt, können die Menschen andere Flüchtlinge treffen, Deutsch lernen und ihre Sorgen für einige Stunden vergessen. "Wir sind im Café ein bisschen wie eine große Familie", beschreibt sie die Atmosphäre. "Die Flüchtlinge sind so dankbar, das ist wirklich bewegend!"

Zehn Menschen, vor allem Eritreern und Syrern, hilft sie regelmäßig - ohne Verpflichtung. Sie fährt mit ihnen zum Arzt, zu den Ämtern, zur Kleiderbörse oder zur Tafel, organisiert Möbel und Töpfe, zeigt Hilfemöglichkeiten und Telefonnummern für den Notfall. "Ich habe in meinem Leben so viel Gutes erfahren, da möchte ich etwas zurückgeben", erklärt die in der DDR geborene 61-Jährige. Nach der Wende sei sie in den Westen gezogen, könne daher nachvollziehen, wie sich die Menschen in einem fremden Land fühlen. "Obwohl ich natürlich die Sprache gesprochen habe", relativiert sie schnell.

Obwohl Jegen-Kisgen auch an Wochenenden hilft, braucht sie dringend Unterstützung. Längst kann sie nicht mehr alle Interessenten im Privatauto mit nach Daun nehmen: Außerdem wünscht sie sich mehr Hilfe von Politikern. Beispielsweise braucht sie Stauraum, um Sachspenden zwischenlagern zu können - die heimische Garage reicht dafür nicht mehr aus.

Café Asyl: montags, 14 bis 16.30 Uhr im Haus der Jugend, Bahnhofstraße 29, 54550 Daun, Kontakt: Rita Schmaus, E-Mail: schmaus@t-online.de; Kleiderbörse der Caritas: Maria-Hilf-Straße 3, 54550 Daun, Telefon 06592/9573-0.