Hilfe hat ein Gesicht

Seine Eltern sind vor 16 Jahren aus dem Kosovo nach Saarburg (Landkreis Trier-Saarburg) gekommen, um vor dem Krieg in ihrer Heimat zu fliehen. Diese Erfahrung prägt Selim Shala bis heute.

"Als ich mit vier Jahren in den Kindergarten kam, hat es sehr lange gedauert, bis ich Vertrauen zu meinen Erzieherinnen aufgebaut habe", sagt der 20-Jährige. Shala ist qualifizierter Flüchtlingsbegleiter. Das heißt, dass er in einer viermonatigen Schulung gelernt hat, welche Bedürfnisse Flüchtlinge haben und wie er die Menschen unterstützen kann. "Während des Unterrichts habe ich gemeinsam mit Roeland de Wolf das Projekt JB4JF ins Leben gerufen", erzählt der Malerlehrling.

Die Abkürzung steht für "Junge Begleiter für Junge Flüchtlinge". Einmal im Monat organisiert er einen Ausflug in der Region. Mal zeige man den 14- bis 20-Jährigen in Saarburg, wo sie Schulen oder Ärzte finden und wo sich die Jugendlichen in der Stadt treffen, mal fahren sie nach Trier oder gehen ins Schwimmbad. Wichtig ist dem Organisator des Jugendtreffs, dass sich die Jugendlichen in der Verbandsgemeinde (VG) unterein ander kennenlernen und vernetzen. "Sie lernen so, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind und sind froh, dass sie mal rauskommen", sagt Shala.

Eines der wichtigsten Ziele, die er mit der Initiative verfolgt, sei der Abbau von Ängsten. Shala: "Oft sind die Jugendlichen durch die Flucht stark traumatisiert." Er und sein Team seien aber auch Ansprechpartner für alle Fragen - etwa bei den Themen Schule oder Ausbildung. Möglich wird die Hilfe durch Spenden, etwa der Stadt und der VG Saarburg oder Privater. Man sei aber auch für andere Formen der Unterstützung dankbar. "Den Menschen, die mir in Saarburg geholfen haben, dass ich mich hier heute wohlfühle, bin ich sehr dankbar", sagt Shala.

Wer das Projekt JB4JF unterstützen will, kann sich an das Lokale Bündnis für Familie in der VG Saarburg im Mehrgenerationenhaus (MGH) wenden, Telefon: 06581/2336, E-Mail: info@kulturgiesserei-saarburg.de.