Hilfe hat ein Gesicht

Anpacker, Macher, Trierer Jung. Auf Reiner J. Wagner passen viele Beschreibungen. Weltverbesserer wäre eine andere.

Eigentlich arbeitet der 53-Jährige als Vertriebsleiter bei einem Unternehmen in Straßburg. Als er aber vor drei Monaten im Radio hörte, dass seine Heimatstadt mit der Flut an Flüchtlingen nicht zurechtkomme, wusste er, dass er etwas unternehmen muss. "Trier kam nicht wirklich gut weg, und ich dachte, das kann nicht sein." Kurzum organisierte er ein Grillfest in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Afa). "Was kann Menschen verschiedener Nationen eher verbinden als Essen und Musik?" Für ihn waren die strahlenden Kinderaugen, das Lachen und das Wissen, dass die Flüchtlinge den bedrückenden Verhältnissen in der Aufnahmestelle für einige Stunden entfliehen konnten, Belohnung genug.

Dieses Gefühl hat Wagner beflügelt. Er macht weiter. Seit der ersten von inzwischen drei Grill-Aktionen pendelt der gebürtige Trierer zwischen seiner Heimatstadt, seinem Arbeitsort und seinem baden-württembergischen Wohnsitz Bretzfeld hin und her. Sein Ziel: Trier zur Integrationsstadt Nummer eins zu machen. "Jeder kann helfen. Sei es mit Spenden, einem Lächeln oder Gesprächen." Bei all seinen Besuchen in der Afa erkundigt sich Wagner zuerst nach dem Wohlbefinden der Flüchtlinge.

Es sei wichtig, dass auch andere Trierer sich öffneten. Die nächste Möglichkeit sich mit einigen Flüchtlingen auszutauschen gibt es am 3. Oktober, beim nächsten Fest auf dem Porta-Nigra-Platz. Wagner möchte ihnen auch dieses Mal mit Essen und Geldspenden helfen. Um letzteres besser steuern zu können, hat er den Verein "Robin Hood Club" ins Leben gerufen. 10 000 Mitglieder will er bis zu seinem Geburtstag im Juni dafür gewinnen. Es sei egal, ob jemand einen Euro oder 100 Euro spenden würde. "Kleine Schritte führen schließlich auch zum Ziel."

Wer helfen möchte kann sich bei Reiner J. Wagner unter E-Mail r.wagner.inno@gmail.com melden.

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