Hilfe hat ein Gesicht

Sein Gesicht für diese Kolumne herzugeben, dazu muss Helmut Henseler überredet werden. "Das RADhaus in Kasel, das bin doch nicht ich allein", beschwichtigt der 75-Jährige, der sich seinen schwäbischen Akzent in den 32 Jahren nicht abgewöhnt hat, seit er in Pluwig lebt.

Es ist längst sein Markenzeichen. "Die Idee, Fahrräder für Flüchtlinge zu sammeln, hatte doch meine Frau", argumentiert Henseler. "Und ohne Wolfgang Schmitt und die anderen Helfer wäre das alles nicht möglich."

Weil es aber letztlich dem guten Zweck dient, lässt sich der grauhaarige Herr mit dem freundlichen Lächeln schließlich doch überreden, etwas mehr von sich und seinem ehrenamtlichen Engagement zu verraten. Wer sich das RADhaus ansehen will, sollte samstags zwischen 10 und 12 Uhr zur Garage an der Kirche im Ruwertalort Kasel kommen, am besten mit einem gebrauchten Fahrrad, das er verschenken will. "Am Anfang haben wir bei Freunden nach Rädern gefragt und es in die Kirchenblätter geschrieben", sagt Henseler. Das war im April.

Inzwischen wurden 250 gebrauchte Drahtesel eingesammelt. "Fast alle haben kleinere Mängel. Aber wir bekommen die wieder verkehrssicher hin und geben sie kostenlos weiter." 15 Flüchtlinge, die bereits in benachbarten Gemeinden leben, helfen beim Reparieren. "Die kommen auch alle mit dem Rad, weil Busfahrkarten für Flüchtlinge einfach zu teuer sind."

Dass Helmut Henseler gut organisieren kann, überrascht nicht. War er doch 17 Jahre lang Chef bei Faber Sekt und der Schloss Wachenheim AG. Auch als Mitbegründer und Präsident des Marketingclubs Trier zeigte er Macherqualität. Darauf angesprochen, winkt er allerdings ab. "Des isch alles Geschichte." Seine Energie investiert der 75-Jährige nun in die ehrenamtliche Hilfe für Flüchtlinge. "Wir holen gerne alles ab, was Räder hat und nicht mehr gebraucht wird. Damit helfen wir den Menschen, etwas mobiler zu werden."

Wer spenden möchte, mailt an fluechtlingshilfe@ruwer.de ; www.facebook.com/netzwerk.fluechtlinge.ruwer