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Hillesheimer Spurensuche geht in eine neue Runde

Hillesheimer Spurensuche geht in eine neue Runde

Im Altenheim "Katharinenstift" in Hillesheim (Landkreis Vulkaneifel) wird heute erneut ein Großaufgebot an Spezialisten nach möglichen Ursachen für die mysteriösen Todesfälle suchen. Zwei betroffene Familien haben Strafanzeigen erstattet. Die Quarantäne wurde mittlerweile aufgehoben. Eine erkrankte Seniorin liegt noch im Krankenhaus.

Hillesheim. (vog) Zwischen Achselzucken und Angst bewegt sich die Skala des Unverständnisses darüber, dass die Ursache für die mysteriösen Todesfälle noch nicht gefunden ist. Von den seit 22. März erkrankten zwölf Heimbewohnern sind bisher acht gestorben (der TV berichtete mehrfach). Drei Senioren starben laut Obduktionsergebnissen eines natürlichen Todes. Fünf Fälle gelten als ungeklärt. Zwei der von diesen traurigen Ereignissen betroffenen Familien haben Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Körperverletzung mit Todesfolge gestellt - zuletzt am Mittwoch ein Sohn einer am Samstag gestorbenen Frau. Ein weiterer Sohn der 80-Jährigen aus der Verbandsgemeinde Hillesheim sagte unserer Zeitung, seine Mutter habe erst seit zwei Monaten im Katharinenstift gelebt. Horst Roos, Leitender Oberstaatsanwalt in Trier, bestätigt die Anzeige, schränkt aber ein, "dass sich aus der dazu abgegebenen Erklärung keine weiteren Ermittlungsansätze ergeben". Also, weiter im Trüben fischen? Bereits vorher hatte die Staatsanwaltschaft weitergehende Untersuchungen angeordnet und jegliche Kritik an der Ermittlungsarbeit abgeschmettert. Heute werden Spezialisten des renommierten Institutes Fresenius sowie der Kriminalpolizei den betroffenen Wohnbereich unter die Lupe nehmen. Dabei sollen nach TV-Informationen neben einer Raumluft-Untersuchung auch Proben von Boden- und Wandbelägen genommen werden. Behandlungsakten der gestorbenen Heimbewohner wertet die Mainzer Rechtsmedizin aus. Viren, Bakterien und Keime sind bereits als Auslöser ausgeschlossen worden. "Es wurde schon sehr viel getan. Leider bisher ohne Ergebnis", bedauert Matthias Langer von der Trägergesellschaft des Heimes. Weitere Bewohner sind nicht erkrankt. Die Quarantäne für den betroffenen Wohnbereich wurde aufgehoben - laut Helmut Klassmann von der Kreisverwaltung Daun, weil nach den aktuellen Erkenntnissen keine Infektionsgefahr bestehe. Die erhöhten Desinfektions- und Hygienemaßnahmen gelten aber weiterhin. Drei erkrankte Senioren konnten mittlerweile die Krankenhäuser verlassen und sind ins Heim zurückgekehrt. Eine Bewohnerin liegt noch im Krankenhaus. Laut Klassmann ist ihr Zustand "kritisch, aber stabil".