HINTERGRUND

Priesterbruderschaft St. Pius X. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. wurde 1970 von dem konservativen Geistlichen Marcel Lefebvre gegründet. Dem 1991 verstorbenen Franzosen waren die innerkirchlichen Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ein Graus.

Lefebvres Auseinandersetzung mit dem Vatikan führte 1988 zum Bruch, als er vier seiner Anhänger ohne päpstliches Mandat zu Bischöfen weihte und sich damit quasi selbst aus der römisch-katholischen Kirche ausschloss. 15 Jahre nach Lefebvres Tod ist die traditionalistische Priesterbruderschaft nach eigenen Angaben allein in Deutschland in 46 Kommunen vertreten (darunter auch Trier und Koblenz), halten ihre Mitglieder Gottesdienste ab, veranstalten Prozessionen und Einkehrtage oder betreiben - wie in Saarbrücken - sogar Schulen. Die Saarbrücker Herz-Jesu-Schule war zuletzt wegen gewalttätiger Übergriffe von Lehrkräften auf Schüler in Verruf geraten. Eine im Februar erlassene Schließungsverfügung des Kultusministeriums hob das Oberverwaltungsgericht Saarlouis wieder auf.(sey)

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