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Hitze, Helden und ein Panda - Eine erste Rock-am-Ring-Zwischenbilanz

Hitze, Helden und ein Panda - Eine erste Rock-am-Ring-Zwischenbilanz

Für Schwermut oder Abschiedsschmerz ist noch kein Platz: Rock am Ring findet zwar in dieser Form auf dem Nürburgring ein jähes Ende. Aber 82.500 Zuschauer lassen sich die Party davon nicht vermiesen. Der erste Abend endete mit einem Überraschungsgast....

Ist es feine Ironie? Eine kleine Hommage? Mangelnder Respekt? Freitagmorgen um 0 Uhr auf der Centerstage. Iron Maiden haben sich gerade eindrucksvoll durchs Lebenswerk gespielt. Mit jeder Menge Verve, Feuerfontänen und den liebgewonnenen Posen und Accessoires. Schweißbändchen, T-Shirts mit dem eigenen Bandnamen drauf, Patronengürtel: Iron Maiden trägt mit Würde, was jede Nicht-Legende sofort um die Ohren gezogen bekäme. Ein super Festival-Auftakt, gleich nach den bewährten Punkrock-Verwaltern von The Offspring.

Und nun steht der "Special Guest" auf der Bühne, nirgendwo mit Namen angekündigt. Versteckt sich hinter einem Vorhang und spielt zum Auftakt - "Thunderstruck". Nananana-nananaa-na. Thunder! Die Ultraoptimisten, die sich in den vergangenen zwölf Stunden erfolgreich durch den Festivaltag und Realitätssinn getankt haben, mochten nun johlen: AC/DC als Überraschung zum Rock-am-Ring-Abschluss in der Eifel? Das wäre doch mal ein donnernder Abgang! Es wäre zugleich eine Premiere gewesen, AC/DC spielten nie am Ring.

Diesmal natürlich auch nicht, es ist reines Wunschdenken. Hinter dem Vorhang steckt Cro, der Junge mit der Pandamaske, er geht von "Thunderstruck" direkt über in seine Gute-Laune-Baby-Hymne "Einmal um die Welt". Manche Metalfans wünschen sich den Pop-Rapper zwar sogleich dahin, wo der Bambus wächst. Ein paar Pfiffe muss sich Cro anhören, weil der Stilwechsel selbst für Ringverhältnisse kamikazös ist.

Aber mittlerweile geht bei Festivals fast alles. Rock am Ring ist auch nicht das Wacken-Festival. Seit der Premiere im Jahr 1985 ging es immer um Vielfalt - härterer Rock war eben nur der wichtigste Pfeiler. Cro zitiert sich mit seiner Band durch die Genres, geht auch mal Richtung Elektro (Justice vs. Simian) und Indie (Bloc Party) und schwärmt später von "einem Abend, den ich nie vergessen werde". Das werden einige Zuschauer schon am nächsten Morgen nicht mehr von sich behaupten können.