Hochmoselübergang: LBM reagiert auf Kritik und organisiert Eröffnungsfeier anders als das Bürgerfest

Kostenpflichtiger Inhalt: Verkehr : Hochmoselbrücke: Nach der Freigabe wird weitergebaut

Kaum wird er freigegeben, schon ist er wieder halbseitig gesperrt: Die Arbeiten am Hochmoselübergang sind noch nicht abgeschlossen. Nach heftiger Kritik am Chaos beim Bürgerfest, regelt der LBM bei der öffentlichen Verkehrsfreigabe am Donnerstag einiges anders.

Am Donnerstag dürfen die ersten Autos über den Hochmoselübergang rollen. Im Vorfeld dieses Großereignisses gibt es noch einige spannende Neuigkeiten:

Bauarbeiten gehen weiter: Kurz nach der Freigabe wird ein Teil des Hochmoselübergangs einseitig gesperrt, um weitere Arbeiten auszuführen.

Der LBM bestätigte am Dienstagmorgen eine Pressemitteilung der Bürgerinitiative Pro Mosel, in der diese von einer halbseitigen Sperrung sprach.

Die Pressestelle des LBM teilt auf TV-Anfrage folgendes mit: „Die Schutzplankenarbeiten sind leider noch nicht ganz vollständig abgeschlossen.“ Am Tag der Verkehrsfreigabe werde noch ein Stück von 300 Metern auf der Hunsrückseite geschlossen, bevor die Strecke gegen Abend vollständig dem Verkehr übergeben werden könne. Dann verbleibe noch ein Teilstück von 1000 Metern, ebenfalls auf dem Hunsrücksporn.

Dort werde in den kommenden Wochen tatsächlich eine Fahrspur gesperrt. „Das hat aber in der ersten Woche für den Verkehrsfluss überhaupt keine Bedeutung“, teilt LBM-Sprecherin Verena Blümling mit.

Ansonsten könne es im nächsten Frühjahr auf der Eifelseite zu einzelnen Tagesbaustellen kommen, um „Gewährleistungsschäden“ zu beheben. „Diese gehen auf Kosten der verursachenden Firmen, werden aber auch keine größere Beeinträchtigung darstellen“, so Blümling.

In diesem Punkt sind die Planer und Gegner des 483 Millionen Euro teuren Großprojekts ausnahmsweise mal einer Meinung. Auch die Brückengegner rechnen nicht mir Stau: „Die kurz nach der Eröffnung geplante halbseitige Sperrung der Hochmoselbrücke zwecks Reparaturarbeiten wird durch einen reibungslosen Verkehrsfluss aufzeigen, dass das Bauwerk völlig überdimensioniert ist und auch aus diesem Grunde niemals hätte gebaut werden dürfen“, schreibt Georg Laska, ehe er die „Entzauberung der einzigartigen Kulturlandschaft der Moselschleife, die Zerstörung des Naherholungsgebiets Moselsporn und die Verschwendung von einer halben Milliarde Euro Steuergeld“ betrauert.

LKW-Verbots-Schilder: Am Dienstag haben sich mehrere Leser beim TV gemeldet, weil an Zufahrtsstraßen zur Hochmoselbrücke Schilder aufgestellt wurden, die LWK die Zufahrt untersagen. Nach Auskunft des LBM handelt es sich um eine Bedarfsbeschilderung, die vor der Verkehrsfreigabe am kommenden Donnerstag noch zugeklappt wird. Aufgeklappt werden die Schilder nur dann, wenn die Strecke wegen zu hoher Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde zeitweise für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt werden muss. „Eine Windwarnanlage ist in Vorbereitung und soll 2020 umgesetzt werden. Von daher müssen vorläufig Klappschilder verwendet werden“, teilt Verena Blümling vom LBM mit. Die 3,4 Kilometer lange Windschutzwand auf beiden Seiten der Hochmoselbrücke schütze mit ihrer Höhe von 1,80 Meter insbesondere PKW.

Verkehrsfreigabe – Jeder ist eingeladen: Wer es gar nicht erwarten kann, mit seinem eigenen Auto über den 25 Kilometer langen Hochmoselübergang zu fahren, hat dazu am kommenden Donnerstag die Gelegenheit – nur kurz nachdem Ministerpräsidentin Malu Dreyer das Band durchschnitten hat. Denn jeder Interessierte ist zur Verkehrsfreigabe eingeladen, die am Donnerstag um 13 Uhr auf der Hunsrückseite startet. Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Verkehrsminister Volker Wissing und Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, werden die Strecke nach einigen Reden offiziell eröffnen. Im Konvoi geht es anschließend über die Hochmoselbrücke zu einem Fest-Imbiss ins Eventum nach Wittlich.

Nach der heftigen Kritik, die es wegen Chaos und Sicherheitsmänglen beim großen Bürgerfest auf der Brücke gab, wird der LBM diesmal einiges anders organisieren. Anders als beim Bürgerfest darf nicht mehr auf der Zufahrtsstrecke geparkt werden.

Die Hochmoselbrücke ist eingebettet in die rund 25 Kilometer lange B50 neu zwischen der A1 bei Wittlich in der Eifel und dem Anschluss zur alten B 50 bei Longkamp im Hunsrück. Der zweite rund 16 Kilometer lange Ausbauabschnitt liegt zwischen Longkamp und dem Flughafen Hahn und wird derzeit geplant.

Wer bei der Eröffnung dabei sein möchte, sollte sich gut über Parkmöglichkeiten und Anreise informieren. Folgendes teilt der LBM dazu mit: „Aufgrund der Erfahrungen vom Bürgerfest wird das Parken neu geordnet und eine neue Anfahrt zum Bandschnitt empfohlen: Die Hauptzufahrt erfolgt über die neue Anschlussstelle B50 neu/ B269 zwischen Longkamp/ Kommen und dem Kreisverkehrsplatz Blockhaus (B269/ L158). Die Parkanordnung erfolgt auf der Richtungsfahrbahn Wittlich. Ein Parken auf dem Mosel-Zubringer - analog dem Bürgerfest – ist nicht erlaubt (eine Zufahrt ist möglich).

Wer über den Zubringer vom Kreisverkehrsplatz Lösnich anfährt, wird zehn Kilometer über die Neubaustrecke nach Longkamp/ Kommen und danach die gleiche Strecke wieder zurückgeleitet. Da die B50 alt zwischen Kreisverkehrsplatz Belginum auf der Hunsrückhöhenstraße und der Anschlussstelle Longkamp/ Kommen an diesem Tag wegen Anbindungsarbeiten für die Neubaustrecke gesperrt sein wird, der Burgbergtunnel von Bernkastel über die B50 alt ebenfalls, empfiehlt sich eine direkte Anfahrt über Mülheim (L158) bzw. Morbach/ Gonzerath (B269). Sowohl die empfohlene Zufahrt über die Anschlussstelle bei Longkamp/ Kommen, wie auch über Lösnich, werden am Tag der Verkehrsfreigabe erst ab 11 Uhr geöffnet. Gehbehinderte Teilnehmer mit Ausweis werden von den Parkeinweisern nach Vorzeigen durch die Mittelgasse im vorderen Bereich platziert. Alle übrigen, späteren Zufahrtsmöglichkeiten werden gesperrt. Ein Betreten der Hochmoselbrücke ist untersagt. Die Polizei wird die Umsetzung auf der Eifelseite unterstützen.

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