Hochmoselübergang soll im November eröffnet werden

Kostenpflichtiger Inhalt: Aus dem Archiv, September 2019 : Update: Die Riesenbrücke ist fast fertig – Wohl keine weitere Kostensteigerung beim Hochmoselübergang

Der einst so umstrittene Hochmoselübergang ist kurz vor der Fertigstellung. Ab dem 21. November dürfen Autos über die neue Bundesstraße rollen. 426 Millionen Euro wurden bisher ausgegeben.

Jahrzehntelang wurde geplant, jahrelang wurde gebaut, nun ist das mit Abstand größte Straßenbauprojekt in Rheinland-Pfalz fast fertig. Mit rund drei Jahren Verspätung soll der Hochmoselübergang am 21. November um 13 Uhr von Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Verkehrsminister Volker Wissing und Vertretern des Bundesverkehrsministeriums freigegeben werden.

Aktuell sieht es nicht so aus, als würden die Kosten noch weiter explodieren: Wie der Landesbetrieb Mobilität am Dienstag auf TV-Anfrage mitteilte, wurden von den geplanten 483 Millionen Euro bisher 426 Millionen Euro ausgegeben. „Die endgültigen Kosten werden erst dann feststehen, wenn alle Verträge schlussgerechnet und Nachträge abgerechnet sind“, schreibt die LBM-Pressestelle.

Herzstück des 25 Kilometer langen, neuen Stücks Bundesstraße 50 ist die riesige Hochmoselbrücke: 1,7 Kilometer lang und schwindelerregende 160 Meter hoch ist das Bauwerk, das in den vergangenen Jahren für zahlreiche Schlagzeilen sorgte.

Nicht nur, weil es um ein Projekt der Superlative geht, weil Brückengegner immer wieder klagten oder weil die Kosten des Gesamtvorhabens stetig stiegen sondern auch, weil erstmals ein Bauwerk dieser Dimension auf einem Hang errichtet wurde, der langsam abwärts kriecht und der daher aufwendig gesichert werden musste.

Im Sommer 2002, bevor die Straßenbauarbeiten bei Altrich starteten, bezifferte das Land die Gesamtkosten des Projekts noch mit 260 Millionen Euro. Vor dem Baubeginn der Brücke im Jahr 2011 war von 330 Millionen Euro die Rede. Nun sollen es maximal 483 Millionen werden.

Laut Mainzer Verkehrsministerium hat der vierstreifigen Hochmoselübergang zwischen Wittlich und Longkamp strukturpolitisch herausragende Bedeutung, denn er ist Teil der Fernstraßenverbindung von den belgischen und niederländischen Nordseehäfen bis in das Rhein-Main-Gebiet. „Die westliche Eifelregion und der Hunsrück können von diesem Projekt enorm profitieren“, heißt es aus dem Ministerium.

Auch der LBM ist überzeugt, dass der Hochmoselübergang den strukturschwachen Regionen Hunsrück und Eifel „mittelfristig und auf lange Sicht einen bedeutenden Standortvorteil verschaffen“ wird.

In den vergangenen Wochen wurden in 160 Metern Höhe über dem Moseltal die Asphaltschichten der Fahrbahn aufgebracht, Windleitwände und Schutzplanken montiert.

Bis zur Eröffnung im November müssen noch Fugen in den Übergangsbereichen vom Asphalt an die Entwässerungsmulden, seitlichen Borde und Schutzplankenverankerungen hergestellt werden. Parallel dazu werden laut LBM-Pressestelle die Schutzplanken in der Fahrbahnmitte montiert. Danach erfolgt das Anbringen der Beschilderung und abschließend das Aufbringen der Fahrbahnmarkierungen.

Auch interessierte Bürger sind bei der Verkehrsfreigabe willkommen. Den Treffpunkt sowie weitere Informationen will das Ministerium rechtzeitig bekanntgeben.

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