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Hochmoselübergang steht auf Shortlist des Ingenieurpreises 2022

Architektur : „Fügt sich elegant ein“ – Hochmoselbrücke für Ingenieurpreis nominiert

Im Moseltal hat die Hochmoselbrücke nicht nur Fans. International wird das Bauwerk nun gewürdigt: Die riesige Konstruktion aus Stahl und Beton hat es auf die Shortlist des Ingenieurpreises 2022 geschafft.

Herausragende Bauwerke sind fast immer umstritten. Und der die Hochmoselbrücke ist im wahrsten Sinne des Wortes ein herausragendens Bauwerk: 160 Meter hoch ragen seine Stützpfeiler in den Himmel des Moseltals.

Während vor Ort mancher der Meinung ist, dass die enorme Brücke das Moseltal verschandele und ihre Architektur die Sprache des vorigen Jahrtausends spreche, erhalten die Erschaffer des Kolosses aus Stahl und Beton nun internationale Anerkennung. Zusammen mit vier anderen Bauten weltweit hat die Brücke, die der zentrale Teil des Hochmoselübergangs ist, es auf die Shortlist des Ingenieurpreises des Verlags Ernst & Sohn 2022 geschafft. Auch die Große Moschee von Algier mit dem höchsten Minarett der Welt oder ein an ein Uhrwerk erinnerndes Schweizer Uhrmuseum gehören zu den Nominierten.

„Die Hochmoselbrücke ist eine der größten Talbrücken Deutschlands, die sich nach Überzeugung der Jury elegant in die Mosel-Kulturlandschaft einbettet“, heißt es in der Begründung der Jury. Wie das Online-Portal Ingenieur.de berichtet würdigte die Jury das anspruchsvolle, vom Ingenieurbüro Klähne Bung eingereichte Projekt, das sich „durch eine enge Abstimmung zwischen Gründung, Pylonen und Überbau auszeichne“. Die einseitige Vormontage und der Einschub ohne Hilfsstützen hätten den Eingriff in die Landschaft reduziert.

Die Brücke zählt mit ihren 160 Meter hohen Betonpfeilern und ihren 1,7 Kilometern Länge zu den größten Talbrücken Deutschlands. Sie ist Teil eines neuen Stücks der Bundesstraße 50, die die Nordseehäfen Rotterdam und Antwerpen besser an das Rhein-Main-Gebiet anbinden soll. Ob sie diesen Zweck wirklich erfüllt, ist fraglich, da es kürzere und schnellere Verbindungen gibt. Vielen Pendlern und Unternehmen in der Region Trier ermöglicht die Brücke hingegen deutliche Kosten- und Zeitersparnisse sowie eine bessere Anbindung.